Manchmal geht es im Fussball ganz schnell. Und manchmal ist Fussball ganz einfach: Remo Staubli trifft nach vier Minuten mit einem Schuss aus 17 Metern zum 1:0. Eine Viertelstunde später erzielt Shkelzen Gashi mit einem Aufsetzer aus knapp 20 Metern das 2:0. Und als Abwehrchef Juan Pablo Garat kurz darauf mit einem Kopfball aus kurzer Distanz das 3:0 gelingt, ist der Mist geführt.

Trotz Grippe zwei Tore

Gashi aber hatte noch nicht genug. Kurz vor Ablauf einer Stunde holte der 23-jährige Mittelfeldspieler gegen den ungeschickt herauslaufenden Locarno-Torhüter Miodrag Mitrovic einen Penalty heraus – und verwertete diesen gleich selbst zum 4:0. Es war der zwölfte Saisontreffer des FCA-Überfliegers.

Zur Belohnung für seine starke Leistung durfte der grippegeschwächte Gashi kurze Zeit später Feierabend machen und wurde von den 1500 Zuschauern mit tosendem Applaus verabschiedet. Nach dem 4:0 war aus Aarauer Sicht allerdings Schluss mit Lustig. An weiteren hochkarätigen Möglichkeiten mangelte es zwar nicht, aber im Abschluss fehlte es vor allem Nico Siegrist am nötigen Quäntchen Glück. Bleibt zu hoffen, dass die 20-jährige Leihgabe des FC Luzern seine Tore für das Heimspiel vom nächsten Samstag gegen Winterthur aufgespart hat.

Gute Leistung gegen schwachen Gegner

4:1 hin, 4:1 her; der FC Aarau tut gut daran, dem klaren Sieg gegen Locarno nicht zu grosse Bedeutung beizumessen. Die Tessiner waren am gestrigen Abend vor allem in der Startphase überfordert, ja völlig von der Rolle. Allen voran Goalie Mitrovic, den man wohl oder übel als Fliegenfänger bezeichnen muss. Der Ehrentreffer von Pablo Caballero konnte den schwachen Auftritt nicht korrigieren.

FCA-Trainer René Weiler wollte nach dem Schlusspfiff aber nicht vom harmlosen Gegner sprechen, lobte vielmehr seine Mannschaft und sagte: «Ich muss meinem Team vor allem für die Leistung in der ersten Halbzeit ein grosses Kompliment machen. Imponiert haben mir die Entschlossenheit und die Zielstrebigkeit im Abschluss. Das 4:1 gegen Locarno ist eine schöne Momentaufnahme. Trotzdem müssen wir bescheiden bleiben.» Matchwinner Gashi blieb trotz seines grossen Auftritts gelassen und sagte: «Meine Leistung steht nicht im Vordergrund. Wichtig sind nur die drei Punkte.»

Hamburgs Interesse an Widmer

Dass der FC Aarau zehn Runden vor Schluss auf Rang zwei klassiert ist und sich damit berechtigte Hoffnungen auf die zwei Barragespiele gegen Lausanne oder Sion machen darf ist erfreulich. Bleibt zu guter Letzt der Zusatz, dass Silvan Widmer gestern Abend vom Hamburger SV beobachtet wurde. Nach Borussia Mönchengladbach ist der HSV bereits der zweite Bundesligist, der Interesse am talentierten Rechtsverteidiger hat. Der 19-Jährige zeigte eine durchschnittliche Leistung und liess für einmal vor allem im Spiel nach vorne einige Wünsche offen.