Aarau
«Musig i de Altstadt»: Ein prächtiges Line-up dank Gelassenheit und einem Quäntchen Glück

Die Hauptacts für das Aarauer «Musig i de Altstadt» am Wochenende vom 26. und 27. August stehen fest. Das Besondere daran: Die Hälfte der Acts sind Frauen.

Katja Schlegel
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Bukahara stehen am Freitag auf der Hauptbühne auf dem Schlossplatz.

Bukahara stehen am Freitag auf der Hauptbühne auf dem Schlossplatz.

Bild: zvg/Stefan Braunbarth

Wer diesen Sommer klingende Namen auf seiner Bühne stehen haben will, der braucht entweder spitze Ellbogen oder aber Geld wie Heu. Und da lacht der Dritte, der mit der Gelassenheit. So wie der Vorstand von «Musig i de Altstadt».

Die beiden Booker Thomas Garcia und Oliver Dredge präsentieren ein erstes Häppchen ihres Line-ups. Und das hat es in sich. Vielfältig, tanzbar, überraschend. Zusammengestellt mit dem Riecher für die ganz grossen Aufsteiger.

«Ein absoluter Glücksfall»

Allen voran, frisch für Freitagabend bestätigt: Bukahara. Die deutsche Pop-Band vereint Elemente aus Swing, Folk, Arabic Reggae und Balkan Jazz. «Wunderbare Festival-Musik und genau das, was uns noch gefehlt hat», sagt Thomas Garcia.

Die Freude über diesen Act ist gewaltig, nicht nur, weil es nach einem ersten Anlauf für 2020 nun endlich geklappt hat. «Bukahara füllen im Moment jeden Konzertsaal in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Ihre Kurve zeigt ganz steil nach oben», sagt Garcia. «Sie nun fürs MidA gewonnen zu haben, ist ein absoluter Glücksfall.»

Ein weiterer Knaller, der Hauptact für Samstag: Steiner & Madlaina, das Zürcher Duo Nora Steiner und Madlaina Pollina. Mal folkiger Indie-Pop, mal Chansons, aber immer mit tiefgründigem Text.

Steiner & Madlaina spielen am Samstagabend am MidA.

Steiner & Madlaina spielen am Samstagabend am MidA.

Bild: zvg/Tim Wettstein

Und weiter geht’s mit tollen Namen für die Hauptbühne auf dem Schlossplatz: Šuma Čovjek, die Aarauer Lokalmatadoren mit Balkan-Pop auf Französisch, Kroatisch oder Arabisch. KT Gorique, die Westschweizer Hip-Hopperin, die gerade die internationale Szene erobert.

Benjamin Amaru, der Multiinstrumentalist, der das Publikum mit verträumten Synthesizerklängen bezaubert. Takeshis’ Cashew, die Instrumentalband aus Wien, die türkischen Rock und kosmischen Funk abliefert. Al Pride mit süffigem Indie-Pop aus Baden. Lostboi Lino, der Deutsche, der zwischen Rap, Indie und Grunge mäandriert. Und Catalyst, das Ostschweizer Duo, das sich energiereichem Alternative-Rock verschrieben hat.

Die eine Hälfte Frauen, die andere Hälfte Männer

Der MidA-Vorstand ist mit diesem bisherigen Line-up sehr zufrieden. Nicht nur, weil es gelungen ist, die Auftritte gendergerecht je hälftig an Musikerinnen und Musiker zu verteilen. Sondern auch in Anbetracht der Rangeleien, die nach den Coronalockerungen im Februar losgebrochen sind. «Wir haben uns sehr früh für gewisse Acts entschieden», sagt Thomas Garcia.

Das habe ihnen den Druck genommen, als es in den letzten Wochen drunter und drüber ging. «Es hat sich gezeigt, dass sich Abwarten lohnt», sagt Garcia. Denn plötzlich hatten gewisse Bands Ende August wieder Zeitfenster, die über Wochen blockiert waren. «Gelassenheit und glückliche Fügungen haben uns letztlich zu diesem Line-up verholfen. Wir haben extrem viel Freude daran.»

Zwei Drittel des MidA-Vorstands: Thomas Garcia (links) und Luca Schaffer. Es fehlt Oliver Dredge.

Zwei Drittel des MidA-Vorstands: Thomas Garcia (links) und Luca Schaffer. Es fehlt Oliver Dredge.

Chris Iseli

Und es wird der Vorstellung von Thomas Garcia, Oliver Dredge und Luca Schaffer von «ihrem» Festival gerecht: «MidA muss nicht für grosse Namen stehen, sondern vor allem für gute Musik.» Das beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Schlossplatzbühne, sondern für sämtliche rund 15 Bühnen, die im Festivalperimeter aufgebaut werden, und von rund 40 Acts bespielt werden. Diese Namen wird der Vorstand in den nächsten Wochen bekannt geben.

Gelassen dank breit aufgestelltem OK

Noch bleibt viel zu tun bis Ende August, fällt die Vorbereitungsphase coronabedingt doch deutlich kürzer aus. Doch der dreiköpfige Vorstand wirkt gelassen, auch hier.

Delegieren ist das Zauberwort, das ist durch eine deutliche Erweiterung des OKs möglich geworden. «Der Anlass ist neu viel breiter abgestützt», sagt Luca Schaffer. «Wir haben neu ein sehr breit aufgestelltes OK mit vielen Aarauerinnen und Aarauern.» Das entlastet nicht nur, sagt Schaffer. «Das ist auch extrem wichtig für die Zukunft des Anlasses.»

Was aber nach wie vor gesucht wird: Freiwillige. «Es kann gar nie zu viele Leute haben, die Lust haben, uns zu helfen», sagt Schaffer. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich über die Website anmelden.

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