Aarau
«Mitteldamm nicht opfern!» – Sammeleinsprache gegen Kraftwerksneubau

Es wird wohl nichts aus einem schnellen Start des über 100 Millionen Franken teuren Kraftwerksneubaus in Aarau: Anwohner haben eine Sammeleinsprache mit 23 Unterschriften eingereicht.

Urs Helbling
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Das Enwia-Kraftwerk an der Aare soll neu gebaut werden. Dabei ist die totale Entfernung des Mitteldamms (obere Bildhälfte) geplant.

Das Enwia-Kraftwerk an der Aare soll neu gebaut werden. Dabei ist die totale Entfernung des Mitteldamms (obere Bildhälfte) geplant.

Michael Küng

Am Mittwoch lief die Auflagefrist des Eniwa-Projektes «Optimierung Kraftwerk Aarau» ab. Wie viele Einwendungen insgesamt eingegangen sind, ist noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass die Gruppe von Anwohnern, die zuletzt auch gegen das Projekt für ein neues Unterwerk eine Eingabe (mit 23 Unterschriften) gemacht hat, wieder aktiv war. Ihre Einsprache gegen den Kraftwerksneubau hat 20 Unterschriften.

Die Kernaussagen der Eingabe: Die beiden Kanäle und der Mitteldamm sind gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) schützenswert – als Zeitzeugen einer Industriegeschichte und als wertvoller Lebens- und Erholungsraum. Zusammen mit dem alten Kraftwerk stehen sie unter Schutz (ISOS, Inventar schützenswerter Ortsbilder Schweiz). Die Unterzeichner der Sammeleinsprache finden:

«Das Kraftwerk und seine Umgebung sind ein Element, das nur dann geopfert werden darf, wenn zwingende nationale Interessen dies erfordern.»

Die Eniwa wolle den Mitteldamm abreissen, um etwa 3 Prozent mehr Strom zu erzeugen, denn damit hoffe sie, zusätzliche 15 Millionen Franken Subventionen vom Bund zu erhalten. «Aber genau das verbietet das NHG/ISOS. Denn ISOS-geschützte Objekte dürfen nur dann geopfert werden, wenn das neue Projekt an diesem Standort nötig und auch ohne Bundessubventionen wirtschaftlich betrieben werden kann. Beides ist nicht der Fall», schreiben die Einwender.