Aarau
Maienzug: Kommission sagt Morgenfeier und Bankett ab – Vorabend und Openair stehen noch auf der Kippe

Es wird auch dieses Jahr nur einen «Maienzug light» geben: Die Maienzugkommission hat entschieden, auf wesentliche Elemente des Traditionsanlasses zu verzichten.

Nadja Rohner und Katja Schlegel
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Morgenfeier am Maienzug 2019 - der letzte, bevor Corona zuschlug.

Morgenfeier am Maienzug 2019 - der letzte, bevor Corona zuschlug.

Chris Iseli

Es war absehbar, und doch schmerzt es die Aarauerinnen und Aarauer: Der Maienzug vom 2. Juli wird coronabedingt auf eine Klein-Version eingedampft. Die Maienzugkommission hat gestern bekanntgegeben, dass sicher die Morgenfeier in der Telli sowie das Bankett auf der Schanz abgesagt sind. Die Kommissionspräsidentin, Stadträtin Suzanne Marclay-Merz, erklärt: «Die Vorbereitungen für das Bankett würden jetzt starten. Es ist nicht realistisch, im Juli einen Anlass durchführen zu wollen, bei dem 4000 Menschen über Stunden eng beieinander sitzen – und wir wollen nicht jetzt etwas ansagen, das wir dann wieder streichen müssen.» Gleiches gelte für die Morgenfeier, wobei dort hinzu komme, dass die Schulen genügend Zeit haben sollen, um sich organisieren zu können. Deshalb die Absage vier Monate im Voraus.

2019: Bankett auf der Schanz.

2019: Bankett auf der Schanz.

Chris Iseli

Die Kommission prüft sämtliche Varianten für einen «Maienzug light», um den Tag trotzdem feierlich und kinderorientiert begehen zu können. Der Umzug, das Herzstück, soll in irgendeiner Form durchgeführt werden – wohl nicht im grossen Stil wie sonst, aber beispielsweise quartier- oder schulhausweise, wie es bereits letztes Jahr einige Lehrpersonen und Private initiiert hatten. Die Schulhäuser werden ihr eigenes Kinderprogramm durchführen. Die Brunnen sollen geschmückt werden, aarau info plant auch wieder Brunnenführungen. «Das Chränzlen am Donnerstag findet voraussichtlich statt, und wenn es die Lage zulässt, möchten wir auch einen Lunapark und Foodstände im Schachen anbieten», sagt Marclay. Alles stehe und falle mit der epidemiologischen Lage und der Personenobergrenze für Veranstaltungen.

Letztes Jahr haben sich die Aarauerinnen und Aarauer ihren eigenen Maienzug in den Quartieren organisiert:

Britta Gut

Noch offen ist, ob der Vorabend stattfinden wird. «Wir befürchten, dass ein solcher Grossanlass im Juli noch nicht möglich ist, können uns mit dem Entscheid aber noch etwas Zeit lassen», sagt Michael Ganz vom Verein Maienzugvorabend. Anderes als andere Programmpunkte brauche der Vorabend nicht viel Vorlaufzeit. «Wir wären relativ kurzfristig parat, weil die Wirte ihren Auftritt selber stemmen», so Ganz. In den Vorjahren kamen bis zu 30000 Besucher an den Vorabend. Ähnlich tönt es seitens Chrutwäje-OK: «Ein Chrutwäje, wie man es kennt, wird es nicht geben», sagt Michelle Benz. Aber aufgegeben habe man noch nicht. «Wir überlegen, ob es eine andere Möglichkeit gibt, das Open Air durchzuführen.»

Maienzug Vorabend 2020: Wo sich sonst Zehntausende durch die Gassen zwängen, war im ersten Coronajahr Luftigkeit angesagt.

Maienzug Vorabend 2020: Wo sich sonst Zehntausende durch die Gassen zwängen, war im ersten Coronajahr Luftigkeit angesagt.

Fabio Baranzini