Stadionbau
Aarau liegt hinten: Zürcher haben bereits einen Gestaltungsplan für ihre Fussballarena

Aarau und Zürich haben auf dem Weg zu einer Fussballarena vieles gemeinsam. Im Gegensatz zu den Aarauern haben die Zürcher bereits einen Gestaltungsplan. Sobald das bei den Aarauern auch der Fall ist, liegen sie mit der Nase vorn.

Urs Helbling
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Der temporäre Platz in der Südostecke des Stadiongeländes.

Der temporäre Platz in der Südostecke des Stadiongeländes.

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Wenn es ums Stadion geht, haben die Stadtzürcher neuerdings die Nase leicht vorn. Sie haben jetzt einen Gestaltungsplan für ihre Fussballarena und die beiden 137-Meter-Hochhäuser. So weit sind die Aarauer noch nicht: Aber sie haben den Vorteil, dass über den Gestaltungsplan keine Volksinitiative mehr erzwungen werden kann.

Im Extremfall erst 2028 und 2029/2030

Die beiden Projekte haben vieles gemeinsam: So ist sowohl in Zürich als auch in Aarau die Zustimmung von Abstimmung zu Abstimmung gestiegen. In Zürich betrug sie am Wochenende 59,1 Prozent, lag also nahe bei den 60 Prozent, die Aarau im letzten November hatte. Und in beiden Städten ist die Angst, dass die Gegner sämtliche juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, gross. Die AZ hat im Juni das Horror-Szenario der Fans dargestellt: Danach wäre im Extremfall das Aarauer Stadion erst auf die Saison 2028/29 bereit. Gleiches hat jetzt der «Tages-Anzeiger» gemacht. Und er kommt zu einem ähnlichen Schluss: «Geht es zweimal durch alle Rechtsinstanzen und behalten Bauherren und Stadt dabei die Oberhand, könnte es in der pessimistischen Version für die Stadionbauer und Fussballclubs 2029 oder gar 2030 werden, bis die Fussballarenen stehen.»

Schon 750 Unterschriften für die Nutzung der Brache

In Zürich ist die Abstimmung von der «IG Freiraum» erzwungen worden. Also zu einem schönen Teil von den Leuten, die den Freiraum seit dem Abbruch des GC-Stadions auf vielfältige Art nutzen – und sich diesen möglichst erhalten möchten.

In Aarau gibt es auch Bestrebungen, das Gelände im Torfeld Süd nicht einfach brach liegen zu lassen. Also auf fremdem Eigentum das zu ermöglichen, was zuletzt in Zürich zur Abstimmung geführt hat. «Wir fordern die Stadt Aarau und die Eigentümerin HRS auf, das Areal bis zu Beginn der Bauarbeiten für die Zwischennutzung freizugeben», schreibt die IG Terrain Sud. Sie hat bereits 750 Online-Unterstützer. Wenn es 1000 sind, will sie diese der HRS und der Stadt übergeben.

Verfahren ist beim Verwaltungsgericht hängig

Aufmerksamen Passanten ist nicht entgangen, dass die freigeräumte Industriebrache in der Südostecke bereits jetzt genutzt wird, für einen Bauinstallations- und Parkplatz der Firma Valli. Diese erstellt im Auftrag der Eniwa am Barbaraweg eine Wasserleitung. Es handelt sich um eine temporäre Nutzung mit Zustimmung der HRS. Dafür braucht es in aller Regel kein separates Baugesuch. Das Verfahren für die Stadionbewilligung ist hängig beim Verwaltungsgericht (mit Weiterzugsmöglichkeit ans Bundesgericht). Es geht um die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» – eine Voraussetzung für die Genehmigung des Gestaltungsplans.