Aarau-Lenzburg
Raiffeisenbank ist gut unterwegs: Davon profitieren die Genossenschafter

Im Gebiet Aarau-Lenzburg waren Ende letzten Jahres 21'896 Personen Genossenschafter der Raiffeisenbank. Wir werden voraussichtlich auf ihren Anteilsscheinen einen leicht höhere Verzinsung erhalten.

Urs Helbling
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Stefan Schenkel ist Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisen Aarau-Lenzburg.

Stefan Schenkel ist Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisen Aarau-Lenzburg.

Alex Spichale

Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg erzielte, so sagt es ihr Chef Stefan Schenkel, «einen erfreulichen Abschluss in einem herausfordernden Jahr». 2020 weiter gewachsen ist die Zahl der Genossenschafter: um 2,6 Prozent auf 21896 Personen. Und die Kundenzufriedenheit scheint sehr gross zu sein, wie ein Finanzdienstleistercheck der Tamedia-«Sonntagszeitungen» (Umfrage mit über 2500 Teilnehmer) ergab. Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg ist Sieger bei den Banken für Privatkunden in der Nordwestschweiz.

Die Kunden haben im Coronajahr mehr gespart

Der Raiffeisenbank wurden letztes Jahr 12,5 Prozent mehr Kundengelder anvertraut. Das hatte laut Schenkel einerseits damit zu tun, dass die Leute wegen Corona weniger Geld ausgegeben und dafür mehr gespart haben. Andererseits hat die Bank gezielt ein paar institutionelle Kunden gewonnen, die zwar Negativzinsen zahlen mussten, aber weniger hohe als bei Konkurrenzbanken.

Das Volumen und der Ertrag im Wertschriftengeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Das freut Schenkel, weil es der Diversifikationsstrategie der Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg entspricht. Im 2020 wurde die neue Strategie durch den Verwaltungsrat verabschiedet. Im Kundenbereich gilt dabei der Fokus insbesondere dem Anlege- und Vorsorgegeschäft, mittleren Unternehmen und dem Jugendsegment. Dies vor allem auch, weil das klassische Zinsdifferenzgeschäft immer mehr unter Druck gerät: So sank der Netto-Zinserfolg letztes Jahr um 6 Prozent auf 20,03 Millionen Franken. Dies jedoch nicht zuletzt auch aufgrund von vorsorglichen Wertberichtigungen.

Die Bank (fünf Geschäftsstellen) hat ihre Kosten im Griff: Die Anzahl der Vollzeitstellen beträgt unverändert 82 (101 Mitarbeitende). Um 8 Prozent gesunken ist der Sachaufwand. Bei der wichtigen Kennzahl Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrag-Verhältnis) stimmt der Trend: Die Ratio sank auf 62,8 Prozent (von 65,9%). Das Begegnungsbankenkonzept, der Gastrobereich in den Geschäftsstellen, ist nicht gratis, weshalb die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg bei der Cost-Income-Ratio eher etwas höher liegt, als vergleichbare Banken.

Zusätzliche stille Reserven gebildet

Das Volumen an Hypothekarkrediten stieg moderat um 2,2 Prozent auf 1,54 Milliarden Franken. Die Bank will, so betont Schenkel, im Hypo-Bereich «gezielt und risikobewusst wachsen».

Unter dem Strich weist die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg einen Gewinn von 2,84 Millionen Franken aus (plus 13 Prozent). Bei der Position «Ausserordentlicher Aufwand» bildete sie zusätzliche stille Reserven. Dies auch, weil es wegen Corona der eine oder andere Kreditausfall befürchtet werden muss. Die Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg hat letztes Jahr 240 vom Bund abgesicherte Covid-19-Kredite im Umfang von 24 Millionen Franken abgewickelt. Davon sind bis Ende Jahr rund 2 Millionen Franken bereits wieder zurückbezahlt worden.

Christoph Wyder soll neuer Präsident werden

Die Bank verzinste das Genossenschaftskapital letztes Jahr mit 2 Prozent. Der Delegiertenversammlung vom Juni wird eine kleine Erhöhung beantragt. Am Sonntag lief die Wahl der 80 Delegierten für die Amtsperiode 2021/24 ab (Resultate gibts am Freitag). Verwaltungsratspräsident Rolf Fäs (im Amt seit 2005) und Verwaltungsrat Peter Zubler (seit 2005) treten im Juni zurück. Als neuer Präsident wird der bisherige Verwaltungsrat Christoph Wyder vorgeschlagen.