Aarau
«Unverpackt»: «Laufkundschaft hat in den letzten zwei Jahren schmerzlich gefehlt»

Das «Unverpackt»-Lädeli an der Aarauer Milchgasse ist eines von drei Geschäften im Aargau, die sich voll und ganz dem verpackungsfreien Einkaufen verschrieben haben. Das Bedürfnis ist da, die Stammkundschaft auch, und doch hat es der Laden schwer ‒ mitunter ausgerechnet der Langlebigkeit der Produkte wegen.

Katja Schlegel
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Der Laden Unverpackt an der Milchgasse in Aarau.

Der Laden Unverpackt an der Milchgasse in Aarau.

Nadja Rohner

Corona macht vielen kleinen Läden das Leben schwer. Dem Unverpackt in der Aarauer Milchgasse, einem von aktuell nur gerade drei Geschäften im Aargau, in denen man verpackungsfrei einkaufen kann, aber ganz besonders.

Zwar ist das Allerschlimmste überstanden; auch dank einer Spendenaktion im Februar 2021 konnte der Vorstand das Lädeli über Wasser halten. Aber rosig sieht die Situation noch längst nicht aus, im Gegenteil. Mit Jahresbeginn mussten die Öffnungszeiten erneut angepasst werden; neu ist der Laden am Donnerstagmorgen geschlossen.

Langlebigkeit der Waren bremst den Absatz

Die Krux: «Grundsätzlich funktioniert der Laden, das Bedürfnis ist da, die Stammkundschaft auch», sagt Viviane Wagner, Präsidentin der Genossenschaft. Aber: Der Laden lebt nicht nur vom Verkauf von Lebensmitteln, sondern in erster Linie von Non-Food-Produkten. Produkten also wie Rasierer, Shampoo-Bars, Edelstahl-Brotboxen oder Bienenwachstücher. Produkte, die darauf ausgelegt sind, möglichst lange zu halten, um möglichst wenig Abfall zu generieren.

Das heisst: Wer einmal seine Brotboxen gekauft hat, ist bedient. «Wir sind deshalb unbedingt auf Laufkundschaft angewiesen», so Wagner. Laufkundschaft, die es in den letzten zwei Jahren viel weniger gab.

Neuer Online-Shop soll Kundschaft zuhause erreichen

Die Reduktion der Öffnungszeiten schmerzt, ist aber nötig. «Sonst geht uns der Schnauf aus», sagt Wagner. Denn wegen Corona arbeitet der Vorstand auch knapp fünf Jahre nach der Eröffnung noch immer viel und ehrenamtlich, die Teilzeitmitarbeiterinnen zu niedrigem Lohn.

Doch auch wenn es harzt, aufgeben will das Unverpackt-Team nicht. Bald wird der aktualisierte Onlineshop aufgeschaltet. «Wir hoffen sehr, dass wir damit auch Kundinnen und Kunden erreichen können, die aktuell lieber daheim bleiben – und natürlich solche, die uns online neu entdecken.»

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