Aarau
Kehrtwende: Stadt sperrt den Spittelgarten nachts nun doch zu

Im Kampf gegen Lärm und Littering geht alles plötzlich ganz schnell: Der kleine Park, ein Hotspot in der Altstadt, wird überraschend nachts geschlossen – sobald die Tore montiert sind. Mindestens bis Ende 2022.

Nadja Rohner
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Bei den Eingängen zum Spittelgarten werden Tore montiert.

Bei den Eingängen zum Spittelgarten werden Tore montiert.

Nadja Rohner

74 Personen, die entweder selber in der Aarauer Halde wohnen oder dort eine Liegenschaft besitzen, haben die Petition des früheren Grossrats Bruno Nüsperli (80) unterzeichnet. Sie wollen aufgrund von zunehmenden Lärm- und Litteringproblemen, dass der Spittelgarten, ein Spielplatz unterhalb der Stadtkirche, nachts – zwischen 22 und 6 Uhr – geschlossen wird. «Allein mit dieser Massnahme können zur Nachtzeit übermässige Lärmimmissionen verhindert werden, welche das Schlafen der Anwohner verunmöglichen», so Nüsperli und seine Mitstreiter.

Die Stadt hatte sich bisher auf den Standpunkt gestellt, die öffentlichen Anlagen auch öffentlich halten zu wollen. Auch im Sinne einer Gleichbehandlung. Doch punkto Spittelgarten hat der Stadtrat nach der teils massiven Kritik aus der Anwohnerschaft und aus der Politik – bezüglich Littering und Lärm im Allgemeinen – nun eine «Testphase» beschlossen. «Bei den Zugängen zum Spittelgarten soll je ein Tor angebracht werden», schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung. Diese sollen von 22 Uhr bis 7 Uhr geschlossen bleiben, also noch eine Stunde länger, als die Halden-Bewohner gefordert hatten. «Damit soll verhindert werden, dass sich der Spittelgarten, ein Kinderspielplatz umgeben von Wohnhäusern und der Stadtkirche, weiterhin zu einem sogenannten Hotspot hinsichtlich Littering und nächtlicher Lärmbelästigungen entwickelt.» Die Testphase soll bis Ende 2022 dauern.

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