Das Leben zieht ein. Bis Ende Monat werden es bereits rund 120 Menschen sein. Bis Ende Jahr hofft die Investorin, die börsenkotierte Immobiliengesellschaft Mobimo, 100 der 167 für Aarauer Verhältnisse eher teuren Wohnungen vermietet zu haben. Wohnungen, die in den letzten zwei Jahren auf dem Baufeld 2 beim Gais-Kreisel für über 100 Millionen Franken entstanden sind.

Zuvor wurden der GastroSocial-Tower und Eigentumswohnungen (80 von 92 sind verkauft) gebaut. Der Mobimo gehört neben den Mietwohnungen auch das Rockwell-Areal. Sie wartet im Moment darauf, dass ihr der US-Konzern mitteilt, wie viel Raum er nach der angekündigten Einstellung der Produktion in Aarau noch benötigt. Nichts zu tun hat Mobimo mit dem benachbarten Stadion und seinen vier Hochhäusern. Das ist ein Projekt der HRS.

Quartiereröffnung im April 2019

Das Leben zieht ein – aber etwas weniger schnell, als dies die Investoren geplant hatten. Darum fand gestern Abend auch nur die Übergabe des Oehlerparks an die Stadt statt. Die eigentliche Quartiereröffnung ist auf den 4. April 2019 vertagt. Es wird dann ein grosses Fest geben.

aeschbach

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Warum die Verzögerung? Anfang Jahr ist der ursprüngliche Betreiber der Aeschbach-Halle ausgestiegen. Geplant waren 330 Plätze in vier Restaurants. Seit gestern ist der neue Betreiber offiziell bekannt (der Name stand bereits am 4. August in der «Schweiz am Wochenende»): Die Berner Oberländer Firma «daskonzept AG» will im Prinzip in Aarau ihren erfolgreichen Thuner Event-Komplex «Halle 6» klonen.

Noch viel Platz für Geschäfte

Die Bekanntgabe des neuen Gastro-Betreibers soll dem Aeschbach-Quartier einen Kick verleihen. Denn während die Wohnungen, also alles ab der ersten Etage, gemäss den Erwartungen gefragt sind, harzt es noch mit der Vermietung der Geschäfte. Die Erdgeschosse werden noch mindestens bis kommenden Frühling weitgehend leer stehen. Von den gut 6000 Quadratmeter Geschäftsflächen sind laut Mobimo-CEO Christoph Caviezel gut 3000 Quadratmeter vermietet. Darin inbegriffen ist die Aeschbach-Halle. Immerhin ist geplant, dass noch in diesem Jahr ein Kiosk aufgehen wird. Später folgen kleine Möbelgeschäfte, ein Coiffeur, ein kleines Architekturbüro.

Bei der Grundsteinlegung war die Rede von über 20 Betrieben. An den Mietpreisen dürfte es nicht liegen (moderate 220 bis 230 Franken pro Quadratmeter). Caviezel hofft, dass jetzt, wo die Gebäude fertig und der Hallen-Betreiber bekannt ist, die Nachfrage der Gewerbetreibenden steigen wird. Es wird ein belebtes Areal, aber kein Shopping-Center im klassischen Sinn geben. Kann es gar nicht, weil die Läden nicht grösser als 300 Quadratmeter sein dürfen (eine Klausel aus der Zeit, als das Stadion noch Einkaufszentrum bekommen sollte).

Eine Million Sponsoren-Gelder

Die Betreiber der Aeschbach-Halle werden unterstützt von zwanzig Aarauer Sponsoren («Club 2020»), die rund eine Million Franken an die Investitionskosten beisteuern. Es wird zwei Hallen geben, die grosse mit 800 Plätzen (sitzend 400), die kleine mit 400 (sitzend 200). Dazu ein gediegenes Restaurant mit eurasischer Küche. «Kulinarisch cool, frech, aber leicht – mit einer Form, sich weiterzuentwickeln», erklärte Zlatko «Slädu» Perica, bekannt als Gitarrist von Gölä und DJ Bobo. Er wird die Eventschiene programmieren. Wird die Aeschbach-Halle das KIFF konkurrenzieren? Nein, sagt Marc Biesenkamp, der Sohn von «daskonzept AG»-Gründer Ueli Biesenkamp. Man richte sich eher an die Altersklasse «Ü30». In Thun komme man auch gut am «Café Mokka» vorbei.

Im Eingangsbereich gibt es auf der Nordseite ein Designmöbel-Geschäft (das Kernbusiness von Ueli Biesenkamp). Auf der Südseite zudem eine Bar (offen von 7 bis 0.30 Uhr), aus der heraus auch die diversen Terrassen und das Foyer bewirtet werden. Zudem ist die Einrichtung von 40 Coworking-Plätzen geplant.

Insgesamt werden in der Eventhalle und ihrer Gastronomie ein gutes Dutzend Arbeitsplätze geschaffen. Die Halle wird auch am 4. April eröffnet.