Aarau
Er überfuhr vom Telli Richtung Schachen Sicherheitslinien und eine rote Ampel – zur Verhandlung erschien er aber nicht

Ein Mann Mitte 40 brach mehrere Regeln im Strassenverkehr und verletzte nur durch Glück keine anderen Verkehrsteilnehmenden. Mit den Vorwürfen im Strafbefehl war er nicht einverstanden – erschien dann aber unentschuldigt nicht zur Verhandlung. Nun muss er zahlen.

Anja Suter
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Bei seiner Fahrt Richtung Schachen auf der Gegenfahrbahn überfuhr Manuel (Name geändert) hier auch eine grüne Fussgängerampel.

Bei seiner Fahrt Richtung Schachen auf der Gegenfahrbahn überfuhr Manuel (Name geändert) hier auch eine grüne Fussgängerampel.

Nadja Rohner

Fahrlehrpersonen vergleichen Sicherheitslinien gerne mit Betonwänden. So sollen die künftigen Verkehrsteilnehmenden gar nicht erst auf die Idee kommen, über die Markierungen zu fahren. Auch Manuel (Name geändert) dürfte in der Fahrschule gelernt haben, dass er mit seinem Auto nicht über die Sicherheitslinie fahren darf. Trotzdem beschloss er, diesen Grundsatz an einem Tag gleich zwei Mal zu ignorieren. Und es war nicht die einzige Verkehrsregel, die er brach.

Dies ist aus dem Strafbefehl ersichtlich, gegen welchen Manuel Einsprache gemacht hatte. An der Verhandlung vor Bezirksgericht erschien er jedoch nicht – unentschuldigt. Dank der Strafbefehle lässt sich der Tatablauf trotzdem nachvollziehen. An einem Samstagmorgen im Januar dieses Jahres fuhr Manuel mit seinem Wagen vom Aarauer Tellirain her in den Kreisel, welchen er bei der zweiten Ausfahrt auf die Mühlemattstrasse Richtung Schachen verliess.

So weit war alles noch in Ordnung. Nach der Verkehrsinsel wechselte Manuel jedoch auf die Gegenfahrbahn und blieb auf dieser, während er über den Fussgängerstreifen fuhr. Dabei ignorierte er sowohl, dass die Fussgängerampel auf Grün stand, als auch, dass die Ampel für seine eigentliche Spur Rot anzeigte. Manuel lenkte sein Auto vorbei am Sauerländertunnel und überfuhr nach der Verkehrsinsel die nächste Sicherheitslinie, um wieder zurück auf seine eigentliche Spur zu gelangen.

Das Manöver war nicht der erste Verstoss, den Manuel im Strassenverkehr begangen hat. Im Strafbefehl ist ein Vorfall vom Oktober 2021 aufgelistet. Damals war der Mann Mitte 40 in Hunzenschwil auf der Autobahn Richtung Brugg unterwegs. Auf diesem Streckenabschnitt beträgt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 100 km/h. Manuel fuhr laut Messung 167 km/h, auch nach Abzug der Sicherheitsmarge waren dies 60 km/h zu viel.

Für sein Verhalten wurde Manuel gemäss Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je 130 Franken (16'900 Franken) verurteilt, bei zwei Jahren Probezeit. Auch muss er eine Busse von 4200 Franken bezahlen, zusammen mit der Strafbefehlsgebühr und den Polizeikosten ergibt das 5550 Franken.

Der Strafbefehl wurde mit dem Nichterscheinen am Gericht von Manuel rechtskräftig und somit auch die geforderte Strafe der Staatsanwaltschaft. Hinzu kommen auch noch die Kosten für die Verhandlung.