Aarau
Eniwa-Kraftwerkneubau liegt ab Dienstag öffentlich auf – der Mitteldamm soll definitiv weg

Die Eniwa will ihr altes Aarauer Kraftwerk samt «Türmli» durch einen Neubau ersetzen. CEO Hans-Kaspar Scherrer hofft auf ein Einsehen des Vereins «Rettet den Mitteldamm».

Nadja Rohner
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So sieht das Kraftwerk noch aus.

So sieht das Kraftwerk noch aus.

Michael Küng

Es war zu erwarten: Die Stromversorgerin Eniwa hält bei ihrem Kraftwerk-Neubauprojekt an der Entfernung des Mitteldamms fest. Das berichtet das Regionaljournal Aargau-Solothurn von Radio SRF. Das Baugesuch für den Kraftwerksneubau liegt ab Dienstag, 6. April, bis und mit 5. Mai bei der Stadt Aarau und beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt auf.

Die Eniwa investiert laut SRF 144 Mio. Franken in ein neues Kraftwerk. Die Maschinen und die Bausubstanz seien veraltet, sagt Eniwa-CEO Hans-Kaspar Scherrer gegenüber dem Regionaljournal. «Es ist ein Neubau notwendig, der die nächsten 76 Jahre - so lange läuft die Konzession - Strom für die ganze Region produzieren wird.» Der Neubau wird deutlich flacher, das berühmte «Türmli» kommt weg.

Damit die Stromproduktion gesteigert werden kann und die Eniwa vom Bund Fördergelder erhält, soll auch der künstlich angelegte Mitteldamm, der als beliebtes Naherholungsgebiet gilt, weichen.

Michael Küng

Dagegen wehrt sich der «Verein Rettet den Mitteldamm». Ob er einspracheberechtigt ist - sicher sind es Anwohner und Verbände - ist laut SRF-Regionaljournal noch unklar. Hans-Kaspar Scherrer will nächste Woche «nochmals mit dem Verein sprechen» und hofft auf «ein Einsehen»: Die Eniwa plane ja auch viele Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen für die wegfallende Nutzung. Schwimmen könne man später sogar besser, weil weniger Strömung herrsche. Vorgesehen seien zudem Ein- und Ausstiege für Schwimmer sowie Duschen.

Wenn es doch Einsprachen gebe, so werde man das vor Gericht austragen, so Scherrer weiter im Radiointerview. Gebaut wird frühestens Ende 2024.