Aarau
Einsprecher gibt auf! Kantonsspital Aarau kann ab sofort mit Neubau beginnen

Ein einziger Einsprecher konnte den 569-Millionen-Franken schweren Neubau des Kantonsspitals Aarau (KSA) blockieren. Doch nach einer Verhandlung vom Donnerstagabend zieht er die Beschwerde zurück. Ein historischer Moment.

Urs Helbling
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Im Kantonsspital Aarau laufen die Vorbereitungsarbeiten für die Realisierung des Neubaus Dreiklang. Im Bild Sergio Baumann, CEO ad interim. Stand 29. Juni 2021.

Im Kantonsspital Aarau laufen die Vorbereitungsarbeiten für die Realisierung des Neubaus Dreiklang. Im Bild Sergio Baumann, CEO ad interim. Stand 29. Juni 2021.

Urs Helbling

Es drohte ein unendlicher Rechtsstreit, ein neuer Fall Stadion: Ein einziger Einsprecher blockierte des Start des 569 Millionen Franken teuren Neubaus des Kantonsspitals Aarau. Am Donnerstag fand im Aargauer Regierungsgebäude eine weitere Sühneverhandlung statt. Nach vier Stunden und einem allerletzten Timeout gab der Einsprecher auf: Er stimmte einem Vergleich zu und zog seine Beschwerde zurück.

50 Einsprache gegen Personalparkhaus

Es ist ein historisches Ereignis für das Kantonsspital Aarau, seine zehntausenden Patienten und 4600 Angestellten: Die Baubewilligung ist rechtskräftig, die Arbeiten für den Neubau können sofort beginnen. Das KSA kam dem Einsprecher insofern entgegen, als das die Vorfahrt (drop on, drop off) in einem separaten Verfahren später nochmals aufgelegt wird. Er kann Bedenken bezüglich Verkehr nochmals einbringen. Diese werden auch Thema bei der Behandlung des zweiten Baugesuchsverfahrens: Gegen das geplant Personalparkhaus beim KSA sind etwa 50 Einsprachen (unter anderem vom VCS Aargau) eingegangen.

Die Verhandlungen am Donnerstag fanden unter der Führung des Rechtsdienstes des Regierungsrates statt. Der Einsprecher will anonym bleiben. Seitens des KSA waren Sergio Baumann, CEO ad interim, und Rechtsvertreter Peter Heer mit dabei.

Am Freitag publizierte der Kanton folgende Medienmitteilung:

Beschwerde gegen Neubau Kantonsspital Aarau mit Vergleich erledigt

Gegen den Neubau des Kantonsspitals Aarau wurde im Zusammenhang mit Erschliessungsfragen beim Regierungsrat des Kantons Aargau Beschwerde geführt. Am Donnerstag, 22. Juli 2021, fand unter der Leitung des Rechtsdiensts des Regierungsrats eine Vergleichsverhandlung zwischen den Beschwerdeführenden und der Kantonsspital Aarau AG als Bauherrschaft sowie unter Einbezug der Stadt Aarau als Baubewilligungsbehörde statt. Dabei konnte ein Vergleich erzielt werden, über dessen Inhalt gegenseitig Stillschweigen vereinbart wurde. Damit gilt die Beschwerde als erledigt; aus rechtlicher Sicht könnte damit mit dem Bau des neuen Spitals begonnen werden.

Auch das Kantonsspital Aarau äusserte sich offiziell zur Einigung mit dem Einsprecher:

«Dank der Bereitschaft aller Beteiligten kann nun der Startschuss zur Realisation des Spitalneubaus erfolgen», erklärt ein hoch erfreuter Peter Suter, Verwaltungsratspräsident des KSA. Mit dieser zukunftsfähigen Infrastruktur werde es den Mitarbeitenden möglich sein, auch weiterhin Spitzenleistungen zu erbringen und Medizin auf höchstem Niveau zu praktizieren, heisst es in der Mitteilung des KSA.

Auch bei Sergio Baumann, CEO ad interim ist die Begeisterung und gleichzeitig Erleichterung riesengross: «Für die Mitarbeitenden des KSA bietet dieser grosse Schritt die langersehnte Perspektive für die Zukunft». Derzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten auf dem Baufeld. Geplant sei ein zeitnaher Beginn der Aushubarbeiten im Sommer.

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