Aarau
Eine «bunte Filmcrew» schafft bald neue Kurzfilme

Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung sollen ab August in Aarau gemeinsam in einer Filmwerkstatt arbeiten.

Cynthia Mira
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Die bunte Filmcrew: So heisst ein neuer in Aarau gegründeter Verein, der sich der Filmproduktion für Jugendliche verschrieben hat. Das Besondere: Das Angebot richtet sich sowohl an junge Menschen mit wie auch ohne psychische respektive körperliche Beeinträchtigung.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten entstehen maximal zehnminütige Kurzfilme. Die Crew trifft sich hierfür ab August jeden Mittwochnachmittag für zwei Stunden. «Im bestehenden Freizeitangebot in der Region schliesst dieses Angebot eine Lücke», sagt Initiantin und Sozialpädagogin Marianne Ritter. Sie wird die Nachmittage leiten. Sie sagt:

«Jugendliche können Erfahrungen in der Filmproduktion sammeln und das Projekt schliesst Menschen mit Beeinträchtigungen mit ein. So lernen sich auch Jugendliche kennen, die in sonstigen Freizeitangeboten nur wenige bis gar keine Berührungspunkte haben.»
Sozialpädagogin Marianne Ritter, Initiantin des Projekts Die bunte Filmcrew in Aarau.

Sozialpädagogin Marianne Ritter, Initiantin des Projekts Die bunte Filmcrew in Aarau.

zvg

Marianne Ritter begann im Herbst mit Freunden, die Vorbereitungen für das Projekt zu treffen. Dazu gehörten die Gründung des Vereins, die Erstellung der Website und die Einreichung des Projekts für einen finanziellen Beitrag beim Swisslos Fonds Aargau – mit Erfolg. Auch von Pro Infirmis erhält der Verein eine Spende.

Bis Ende Juni können sich nun sechs Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren anmelden (diebuntefilmcrew.ch). Vier Plätze sind noch frei. Der Ort steht noch nicht fest, zwei Räumlichkeiten in Aarau stehen aber zur Verfügung. «Wir müssen zuerst wissen, ob wir einen rollstuhlgängigen Raum benötigen oder nicht», so Ritter.

Die Drehtage finden immer mittwochs von 14 bis 16 Uhr statt. Die Teilnahme kostet 10 Franken pro Nachmittag, wobei Ritter betont: «Falls es sich eine Familie nicht leisten kann, übernimmt der Verein die Kosten.» Das Geld solle kein Hindernis darstellen.

Filmwerkstatt ab August, Vorführung im Februar

Für die 38-Jährige ist die Vereinstätigkeit ein erweitertes Hobby, wie sie sagt: «Ich habe in meiner Arbeit schon zahlreiche Kurzfilme mit Jugendlichen gedreht und es macht enorm Spass.» Sie ist in der Tagessonderschule und Wocheninternat «etuna st. johann» in Klingnau tätig und dort als Autismusfachperson angestellt. Seit vier Jahren wohnt sie in der Region.

Ab August gehört jeder Mittwochnachmittag der jungen Filmcrew. Sie können Ideen, Fähigkeiten und Wünsche einbringen, um das bunte Filmprojekt umzusetzen. Die Kurzfilme werden im Februar 2022 öffentlich präsentiert und – wenn es Corona zulässt – mit einer Feier zelebriert.