Aarau
«Ein Bücherschrank ist mehr als ein Schrank voller Bücher»: So wollen drei Initianten die Aarauer Quartiere aufpeppen

Mindestens ein Bücherschrank pro Quartier ist das Ziel dreier Aarauerinnen und Aarauer. Dafür veranstalten sie nun zwei Veranstaltungen und informieren über ihre Ideen und Ziele.

Soraya Sägesser
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So sieht der Bücherschrank beim Gemeinschaftszentrum Telli aus. Weitere könnten bald in aller Aarauer Quartieren stehen.

So sieht der Bücherschrank beim Gemeinschaftszentrum Telli aus. Weitere könnten bald in aller Aarauer Quartieren stehen.

Soraya Sägesser / «Aargauer Zeitung»

Ein Schrank voller Bücher in jedem Aarauer Quartier. Romane, Krimis oder Ratgeber; für alle kostenlos zugänglich und lesbar. Das ist der Wunsch einiger Quartierbewohner und das Ziel von Casimir Schmid, Karin Gerig (beide aus der Aarenau) und Peter Jann (Gönhard), den drei Initianten von «Bücherschrank Aarau».

Es ist nicht ihr erstes Projekt für die Gemeinschaft. So haben Casimir Schmid und Karin Gerig bereits einmal ein «Silent Open Air»-Kino im Quartier organisiert. Dies ist ein Open-Air-Kino, bei dem der Ton über Kopfhörer wiedergegeben wird, wobei für die Nachbarschaft keine Lärmemissionen entstehen. Nun organisieren die Drei mit «Bücherschrank Aarau» ein weiteres Projekt, das die Quartiere aufwerten soll. Vor einem Jahr begannen die Initianten mit Abklärungen. Ihre Erkenntnis: Die bestehenden offenen Bücherschränke in der Stadt Aarau, etwa beim Telli-Zentrum oder beim Bahnhof, seien zu wenige. «Das finden wir schade und würden das gerne ändern», steht auf der kürzlich lancierten Website. Die Idee hinter dem Projekt sei, die einzelnen Quartiere mit Bücherschränken zu beleben und so einen Treffpunkt zu schaffen, sagt Karin Gerig.

Freiwillige werden für das Projekt gesucht

Zuerst wollen die drei Initianten einen Verein gründen. Dieser soll in vier Arbeitsgruppen unterteilt werden: Kommunikation und Marketing, Finanzen und Administration, Bücherschrankbetrieb sowie Standorte, Infrastruktur und Technik. Der Betrieb des Bücherschranks gibt die meiste Arbeit: «Ein solcher Schrank braucht pro Woche zwischen einer und zwei Stunden Betreuung», sagt Karin Gerig. Aus diesem Grund werden ausreichend Freiwillige benötigt, die sich mit Freude am Projekt beteiligen. Wie der Verein aber konkret aussehen soll, ist gemäss Gerig noch offen. «Im Moment brauchen wir einen rechtlichen Träger für die Bücherschränke, deren Finanzierung und den Betrieb, deshalb die Vereinsgründung.»

Man könne nicht nur einen Bücherschrank hinstellen, sagt Karin Gerig. «Dahinter steckt viel mehr Arbeit.» Darum veranstalten die Initianten nun zwei Informationsveranstaltungen. Dort informieren sie über die Projektidee, die Situationsanalyse sowie die Grundlagen. Ziel sei, die Bevölkerung für das Projekt zu begeistern und anschliessend zusammen den Verein zu gründen, sagt Karin Gerig weiter. Falls das nicht funktioniere, werden die Initianten zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Anlauf nehmen. Die drei sind aber optimistisch: «Wir starten klein und wollen nächstes Jahr einen bis zwei Bücherschränke realisieren.»

Hinweis

Die Infoveranstaltungen zum Projekt finden am 5. und 12. Mai jeweils von 19.00 bis 21.00 Uhr in der Stadtbibliothek Aarau (2. Stock Raum 3) statt. Interessierte können sich auf der Website anmelden.