«Der Fachhandel ist in Bewegung wie noch nie», schreibt Präsident Stefan Jost im Jahresbericht des Zentrums Aarau. Das gilt auch für die seit fast 50 Jahren bestehende Vereinigung der Aarauer Einkaufsläden. Der Verein erlebte auch schon bessere Zeiten: So musste er per Ende 2018 die Austritte von so prominenten Geschäften wie Gygax und Däniken Fashion hinnehmen. Und der Umsatz bei den Einkaufsgutscheinen sank um 100'000 auf 630'000 Franken. Dieser Rückgang ist zu einem erheblichen Teil darauf zurückzuführen, dass ein Grosskunde ausfiel. Eine Firma hatte jeweils für 75'000 Franken Gutscheine für ihre Mitarbeiter gekauft. 

Vor diesem Hintergrund stellte Präsident Jost an der Generalversammlung, an der 26 Geschäfte teilnahmen, die Frage: «Sind wir als Verein noch zeitgemäss? Braucht es uns noch?» Und er gab auch gleich die Antwort: «Der Vorstand ist immer noch überzeugt, dass es den Verein braucht.» Dem Vorstand gehören neben Stefan Jost (seine Frau leitet den «Küchenpunkt») Marianne Bolliger («Zauberhaft»), Kathrin Humm («Helvetisch») und Jürg Giger (ehemals «Gigers’s» an der Kronengasse) an. Letzterer ersetzt Sandra Meier-Jaisli (Globus), die Mutter wird und zurücktrat. 

«Mietreduktionen fordern» 

Als besonders gut wurde an der Generalversammlung die Zusammenarbeit mit der Stadt bezeichnet, die durch Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Andreas Burri, Leiter der Wirtschaftsfachstelle, vertreten war. Letzterer stellte einerseits den «Stammtisch Detailhandel» vor. Aarau hat diese Idee von Baden übernommen. In loser Folge finden Treffen (das nächste am 26. März) statt, die dem Austausch und dem Networking dienen. Andererseits hat sie bei der renommierten Hattrick Unternehmensberatung (Zollikon ZH) eine Studie über die Entwicklung und mögliche Fokussierungen im Aarauer Detailhandel in Auftrag gegeben. Diese kostet 40'000 Franken. Die Stadt übernimmt die Hälfte, das Zentrum steuert 5000 Franken bei. Dieser Betrag wurde an der Generalversammlung genehmigt. Genau so oppositionslos, wie auch die anderen Geschäfte passierten. 

In der Diskussion, die den Charakter einer allgemeinen Aussprache hatte, forderte ein Vereinsmitglied die Geschäftsinhaber auf, bei den Liegenschaftsbesitzern vorstellig zu werden. «Redet mit euren Vermietern über die Mieten. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt.» Die Nachfrage nach Geschäftsräumlichkeiten gehe zurück, das Preisniveau sei am Sinken. Der Votant verwies dabei auf Olten, das sich – anders als Aarau – «in einem hochdesolaten Zustand» befinde. 

Gänse statt Hasen 

Marianne Bolliger stellte das Programm mit den Aktivitäten 2019 vor. Es steht unter dem Motto: «Aarau die pulsierende Einkaufsstadt». Am auffälligsten ist die neue Osteraktion. Drei Jahre, nachdem die Hasen im Depot verschwanden, watscheln Gänse heran. Insgesamt 100 Stück, jede 90 Zentimeter gross. Im ersten Jahr werden sie weiss sein, im zweiten mit – beispielsweise – Halstüchern geschmückt und im dritten und letzten Jahr farbig angemalt. Dei Gänse werden nächste Woche angeliefert und dann sukzessive bei den Geschäften erscheinen. «Ab 20. März findet dann die Aktion «Suche das goldene Ei» statt. Jeden Tag gibt es einen Einkaufsgutschein zu gewinnen. 

Nicht realisiert werden kann das «Sommer-Night-Shopping» – unter anderem, weil im Juni wegen des Eidgenössischen Turnfestes, das die Zentrum-Geschäfte als Chance nutzen wollen, bereits sehr viel los ist. Das klassische «Night Shopping», es findet am 29. November zum 14. Mal statt, wird wieder das Weihnachtsgeschäft starten. Ob es dieses Jahr in Aarau erneut einen Weihnachtsmarkt geben wird, ist noch offen.