Aarau
Die Neue Helvetische Gesellschaft Aargau war zu Gast bei den Brückenbauern

Aarau erhält eine neue Brücke. Die spektakuläre Baustelle kann auf Führungen besichtigt werden. Am Samstag nutzte die Neue Helvetische Gesellschaft Aargau diese Möglichkeit.

Nadja Rohner
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Projektleiter Roberto Scappaticci erklärt auf der Baustelle anhand von Details, weshalb die Brücke teurer wird als andere Objekte.

Projektleiter Roberto Scappaticci erklärt auf der Baustelle anhand von Details, weshalb die Brücke teurer wird als andere Objekte.

Nadja Rohner / Aargauer Zeitung

Die Baustelle für die neue Aarauer Aarebrücke ist schon für normale Passanten eine Attraktion – und hat am Wochenende auch die Mitglieder der Neuen Helvetischen Gesellschaft Aargau beeindruckt. Organisiert von Vorstandsmitglied und Einwohnerrat Rainer Lüscher kamen rund drei Dutzend Personen in den Genuss einer Führung mit Kantonsingenieur Rolf H. Meier, Projektleiter Roberto Scappaticci und dem früheren Sektionsleiter Beat von Arx.

Kantonsingenieur Rolf H. Meier.

Kantonsingenieur Rolf H. Meier.

Nadja Rohner

Meier betonte, es handle sich hier um «eine der wichtigsten Brücken im Kanton». Für ihn ist sie auch deshalb besonders, weil sein Grossvater schon am Bau der vorherigen Brücke (1949) mitgewirkt hat.

Der Präsident der Neuen Helvetischen Gesellschaft Aargau, Grossrat Norbert Stichert, sagte in seinem Grusswort: «Ein Brückenschlag ist eine menschliche Errungenschaft.» Das könne zwischenmenschlich sein, oder eben durch Ingenieure. Er strich auch heraus, dass der Pont Neuf die direkte Verbindung von der Stadt zum Zentrum für Demokratie sei, «das wir mit Stolz im Aargau beherbergen».

Der Präsident der Neuen Helvetischen Gesellschaft Aargau, Grossrat Norbert Stichert

Der Präsident der Neuen Helvetischen Gesellschaft Aargau, Grossrat Norbert Stichert

Nadja Rohner / Aargauer Zeitung

Die Neue Helvetische Gesellschaft will nach eigenen Angaben «die demokratischen Institutionen und den Zusammenhalt im Lande stärken, indem sie wachsam aktuelle Fragen aufgreift und zu deren Beantwortung beiträgt». Präsident ist seit kurzem Niklaus Lundsgaard-Hansen, der auch in Aarau zugegen war. Die Aargauer Untergruppe gibt es seit 1918.

Drei Dinge an der neuen Brücke würden die Gemüter der Aarauer erregen, so Projektleiter Scappaticci. Erstens: Die Farbe des Bauwerks, die nach vielem, vielem Pröbeln und Ausprobieren an Musterobjekten nun an der eigentlichen Brücke so wird, wie man sie sich vorgestellt hat. Zweitens: der Preis – der Grosse Rat musste einen Zusatzkredit von 7 Mio. Franken sprechen, womit die Gesamtkosten nun bei 40 Mio. Franken liegen. Und drittens: der Name. «Ich bin in Aarau aufgewachsen – für mich ist und bleibt das die Kettenbrücke», sagte Scappaticci, und betonte, dass «Pont Neuf» nur der Name des Siegerprojekts aus dem Wettbewerb gewesen sei.

Nach einem Rückblick auf die Aarauer Geschichte («die Stadt gibt es, weil es die Brücke gibt, und nicht umgekehrt») zeigte Scappaticci auf der Baustelle anhand konkreter Details, weshalb die Brücke so teuer wird – unter anderem wegen der hochkomplexen Präzisionsarbeit für die elegante, geschwungene Erscheinungsform. Er betonte aber auch, dass man spare, wo es gehe – so seien etwa die Pumpen in der Baugrube am Nordufer über das Wochenende aus Kostengründen nicht in Betrieb. Der Projektleiter konnte zudem verkünden, dass das Hochwasser die Arbeiten nur einen halben Tag habe ruhen lassen und es aktuell sehr gut vorangehe. (nro)

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