Aarau
Aarau: Das Einrammen der Spundwände ist eine lärmige und heikle Angelegenheit

Die Baugrube für die Verbindungsspange Buchs Nord wird zu den SBB-Geleisen hin mit Spundwänden abgesichert. Ein lärmiges Unterfangen - und dies erst noch nachts. Reklamationen gabs bis jetzt aber noch keine. Die Arbeiten dauern bis im Juli.

Barbara Vogt
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David Probst steht mit einem Bein auf dem Vibrationsbär, der die Spundelemente zur Absicherung der Baugrube in den Boden einrammt. Hinter ihm steht bereits ein Stück Spundwand.

David Probst steht mit einem Bein auf dem Vibrationsbär, der die Spundelemente zur Absicherung der Baugrube in den Boden einrammt. Hinter ihm steht bereits ein Stück Spundwand.

Jiri Reiner

Auf dem Gelände der Lagerhäuser im Gebiet Amsleracher herrscht beinahe Stille an diesem Morgen. Lastwagen fahren aufs Gelände, ein Zug nach dem andern rattert vorbei, irgendwo hämmert ein Presslufthammer.

Erst in der Nacht wirds richtig lärmig. Der Grund: Es werden Spundwände in den Boden einvibriert. Diese brauchts, um die Baugrube der neuen Verbindungsstrasse Buchs Nord gegen die angrenzenden SBB-Gleise abzusichern.

Der Lärm sei intensiv und weiträumig zu hören. «Kommt Stahl auf Stahl, so macht dies einen ohrenbetäubenden Lärm», sagt David Probst von der kantonalen Abteilung Tiefbau und Teilprojektleiter des vorliegenden Strassenprojekts.

Seit einer Woche werden die Stahlprofile in den Boden gerammt. Probst rechnet damit, dass die Arbeiten Anfang Juli abgeschlossen sind. Anwohner und Polizei seien im Vorfeld informiert worden.

Bis jetzt gab es keine Reklamationen wegen des Lärms. Je nach Wind hören die betroffenen Anwohner die Baumaschinen mehr – oder weniger. Glücklicherweise ist das Gebiet von den Lagerhäusern abgeschirmt.

Die Arbeiten werden nachts durchgeführt, um den Betrieb der SBB möglichst wenig zu beeinträchtigen. Aus Sicherheitsgründen können die Spundwände nur dann in den Boden einvibriert werden, wenn die zwei an die Baugrube angrenzenden Bahngleise gesperrt sind.

Auch müssen die dazugehörenden Stromleitungen abgestellt sein. Die SBB seien restriktiv, sagt David Probst. Nicht nur was die Sicherheitsmassnahmen anbelangt: «Wir haben 30 Nachtsperrungen zugesichert bekommen und dürfen nur zwischen 22.30 und 5.30 Uhr arbeiten. Benötigen wir länger als 30 Tage, müssen wir ein neues Gesuch einreichen.»

Die Spundwandelemente werden mit einem drei Tonnen schweren Gerät, dem sogenannten Vibrationsbär, bis zu 12 Meter in den Boden eingerammt. Zuvor werden mit dem gleichen Gerät Bohrungen durchgeführt, um die Beschaffenheit des Bodens festzustellen sowie um den Grund aufzulockern. In diesem Gebiet kommt Aarekies-Schotter vor. «Vielleicht stossen wir ja noch auf einen Findling», sagt Probst und lacht.

Die Kräfte, die beim Einbau der Spundwände im Erdreich wirken, seien enorm. Diese könnten zu einer Setzung oder Verdrehung der Bahnschienen führen.

Um die minimalste Veränderung wahrzunehmen, werden die Gleise permanent durch ein Messinstrument überwacht. «Wird der Grenzwert überschritten, gibts Alarm», sagt Probst.

Nach dem Einbau der Spundwände gehts erst richtig los mit den Bauarbeiten für die neue Verbindungsspange Buchs Nord: Auf der gleichen Länge wie die Spundwände – nämlich auf 120 Metern – wird eine Stützmauer zu den SBB-Geleisen hin errichtet. Steht diese, werden die Spundwände nicht mehr gebraucht und sie werden entfernt.

Die neue zweispurige Kantonsstrasse wird die Industriestrasse und die Neubuchstrasse in Buchs verbinden. Sie beginnt im Gebiet Amsleracher mit einem neuen Kreisel an der Industriestrasse, der von der WSB durchquert wird. Anschliessend folgt sie dem Weierweg nach Norden und führt parallel zu den SBB-Gleisen nach Osten. Die Anbindung an die Neubuchsstrasse erfolgt mit einem weiteren Kreisel.

Das Strassenprojekt soll im Juli 2015 fertig erstellt sein.