Alte Reithalle

Aarau bekommt für knapp 21 Millionen Franken ein Theaterhaus

In der alten Reithalle soll ein Theater entstehen.

In der alten Reithalle soll ein Theater entstehen.

Die Stadt Aarau bekommt nach mehreren Jahren der Planung ein über 20 Millionen Franken teures Theaterhaus mit bis zu 600 Plätzen. Der Stadtrat veröffentlicht die Botschaft zum kantonalen Leuchtturm «Alte Reithalle».

Wie die AZ in der Ausgabe vom 29. Dezember berichtete, hat der Aarauer Stadtrat noch in alter Besetzung den Kredit für das Kulturprojekt «Alte Reithalle» verabschiedet. Gestern publizierte er die Botschaft an den Einwohnerrat. Dieser soll an seiner Sitzung vom 26. Februar einen Brutto-Baukredit von 20,45 Millionen Franken bewilligen. Die Stadt Aarau wird sich allerdings nur mit 7,725 Millionen Franken daran beteiligen müssen. Den Rest steuern der Kanton und private Sponsoren bei. Von Letzteren sollen fünf Millionen kommen, knapp vier Millionen Franken sind bereits zugesichert. Drei Millionen davon stammen von der Aargauischen Kantonalbank (AKB). Diesen Betrag gibt es allerdings nur unter der Voraussetzung, dass bis Ende 2019 mit dem Bau begonnen wird.
«Mit dem vorliegenden Bauprojekt soll ein wirtschaftlicher Veranstaltungsbetrieb ermöglicht werden, dies unter der Prämisse eines knappen, aber von mehreren Fachexperten verifizierten Betriebsbudgets», schreibt der Stadtrat. Das Betriebsbudget habe sich im Vergleich zum Oktober 2016 gesamthaft nicht geändert und betrage 1 767 000 Franken. «Dieser Betrag ist auf der Basis der zugrundeliegenden politischen Beschlüsse für die Betriebsaufnahme als Kostendach zu verstehen.»

Eine mobile Trennwand

Was ist im historisch wertvollen Gebäude auf der Südseite der ehemaligen Kavallerie-Kaserne geplant? «Die ‹Alte Reithalle› soll in ein Veranstaltungshaus für Konzert, Theater, Tanz und zeitgenössischen Zirkus umgebaut werden», schreibt der Stadtrat. Ausserdem will man die Halle auch an Private vermieten.

Das Orchester Argovia Philharmonic soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Es wird die Halle an 40 bis 50 Tagen pro Jahr für Konzerte und Proben mieten. «Für die Orchesterkonzerte wird es nötig sein, den 75 Meter langen Innenraum der Reithalle mit einer mobilen, modularen und schweren Trennwand zu begrenzen», heisst es in der Botschaft. Diese wird aus 63 Elementen bestehen. «Der Aufbau der Trennwand kann durch zwei Personen vorgenommen werden und dauert total ca. 12 Stunden», schreibt der Stadtrat. Für den Orchesterbetrieb soll die maximale Publikumsgrösse 600 Personen betragen. Für den Theaterbetrieb sind Varianten mit 120 bis 140 Gästen und 300 Gästen geplant. Wird die Halle für Generalversammlungen oder Messen gebraucht, haben 1500 Personen Platz.

Kosten nochmals gedrückt

Gegenüber dem Vorprojekt ist die Trennwand neu dazugekommen. Zudem ist der Projektperimeter erweitert worden – um die «Stallungen Süd», in denen einerseits die Wandelemente eingelagert und andererseits Raum für «einfache Gastronomieleistungen» (Stadtrat) geschaffen werden. «Ohne die Vorbereitung der Getränke, des Geschirrs und einfacher Speisen in den Stallungen ist eine gastronomische Verpflegung der Alten Reithalle in den Veranstaltungspausen und nach einer Veranstaltung aus akustischen und räumlichen Gründen nicht möglich», schreibt der Stadtrat. Für zusätzliche Kosten sorgen zudem bauliche Massnahmen am Innenhof. Neu ist ein heller Asphaltbelag geplant.

Ohne Sparpaket in der Schlussphase wären die Kosten auf 21,39 Millionen Franken gestiegen. Das schien den Projektverantwortlichen «als zu hoch», schreibt der Stadtrat. «Aus diesem Grund wurde umgehend über einen Katalog von möglichen Sparmassnahmen bestimmt.» Diese führten zum jetzt beantragten Kredit von 20,45 Millionen Franken. Wenn alles optimal läuft, soll die «Alte Reithalle» im 4. Quartal 2020 eröffnet werden.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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