Aarau
Wochenmarkt: «Auf dem Schlossplatz wurden deutlich tiefere Umsätze erzielt»

Für die Marktfahrenden stimmt die neue Regelung des Wochenmarkts unter dem Strich, sagt Jeremias Niggli, Präsident des Vereins Aarauer Wochenmarkt. Knacknuss ist aber das den Marktfahrern auferlegte Parkverbot.

Katja Schlegel
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Wochenmarkt Aarau auf dem Schlossplatz.

Wochenmarkt Aarau auf dem Schlossplatz.

Vurma Photography / Aargauer Zeitung

Am Aarauer Wochenmarkt werden die gut 50 Marktfahrenden ab September ihre Stände wieder zweireihig, wenn auch mit grösseren Abständen am Graben aufstellen. Das hat die Stadt diese Woche so bekannt gegeben. Zusätzlich steht ihnen der Platz beim Eingang zum Kasinopark zur Verfügung. Der Schlossplatz als Standort fällt weg.

Der einreihige Markt ist also passé. Das reut viele Marktbesucher, stimmt unter dem Strich aber für die Marktfahrer, sagt Jeremias Niggli, Präsident des Vereins Aarauer Wochenmarkt: «Die Rückkehr aller Stände in den Graben ist wichtig, damit der Markt langfristig attraktiv bleibt.»

Das alte Modell kam nicht infrage

Es sei ein klassischer Mittelweg; sowohl die Rückkehr zum alten Modell als auch das Beibehalten der aktuellen Anordnung seien für ihn keine Option gewesen. «Natürlich ist uns die Freude über die einreihige Anordnung nicht entgangen», sagt er. «Wenn wie früher zwischen den Ständen nur noch gequetscht und nicht mehr flaniert wird, leidet das Marktambiente. Davon hat keiner was.»

Aber es gebe halt immer zwei Seiten – und ein Markt müsse für Anbieter wie Kunden attraktiv sein: «Es ist leider so, dass auf dem Schlossplatz deutlich tiefere Umsätze erzielt wurden.» Ausserdem sei der Schlossplatz ohne jegliche Beschattung, darunter leidet nicht nur das Verkaufspersonal, sondern auch die Qualität der Produkte. «Die Lösung Schlossplatz war immer als temporäre Lösung gedacht, auch wegen der Nachbarn und ihrem Publikum», so Niggli. Am Schlossplatz liegen unter anderem die Bar OscarOne, der Schlossbiergarten, das Stadtmuseum, das KuK oder das Zivilstandsamt.

Negative Auswirkungen auf Produkte befürchtet

Die Neuordnung bringt aber auch Nachteile: Die Marktfahrer dürfen ihre Fahrzeuge nicht mehr neben den Ständen parkieren, sie bekommen kostenlose Parkkarten für verschiedene Parkplätze. Damit werde das Marktareal offener und sicherer, so die Stadt.

Eine Begründung, die Vereinspräsident Niggli zwar teilt. Trotzdem nehme man den Entscheid des Stadtrats zähneknirschend entgegen. «Für die Marktfahrer bringt das Schwierigkeiten. Zum einen den Mehraufwand, zum andern fehlt ein Zwischenlager. Das kann negative Auswirkungen auf die Produkte und deren Hygiene haben.» Die Marktfahrenden seien deshalb angehalten, Lösungen für die neue Situation zu suchen.

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