Aarau
50 bis 60 Wohnungen sollen im alten Steinbruch an der Erlinsbacherstrasse entstehen

Die neue Besitzerin des alten Eniwa-Werkhofs hat grosse Pläne. Doch diese befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium.

Nadja Rohner
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Ehemaliger Eniwa-Werkhof an der Erlinsbacherstrasse. Das Areal war früher ein Steinbruch. Es soll nun überbaut werden.

Ehemaliger Eniwa-Werkhof an der Erlinsbacherstrasse. Das Areal war früher ein Steinbruch. Es soll nun überbaut werden.

Urs Helbling

Dass die Eniwa in Geschäftsjahr 2020 einen Reingewinn von 13 Mio. Franken ausweisen konnte, lag unter anderem am Verkauf ihres ehemaligen Werkhofs an der Erlinsbacherstrasse (AZ vom 27.4.). Bemerkenswert ist, wer das Grundstück gekauft hat: Die Tellco Anlagestiftung. Die Tellco ist eine «Vorsorge- und Vermögensspezialistin» aus dem Kanton Schwyz, deren Immobilienprojekte sich zu einem grossen Teil in der Zentralschweiz befinden. Und nun hat sie in Aarau die über 7100 Quadratmeter grosse Parzelle mit mehreren Gebäuden zwischen Erlinsbacher- und Weinbergstrasse erworben.

Sie plant, hier etwa 50 bis 60 Wohnungen mit 1,5 bis 5,5 Zimmern zu realisieren. Das bestätigt ein Tellco-Mediensprecher. «Mit der Projektentwicklung wurde noch nicht begonnen», sagt er. Details zum Projekt sind deshalb noch nicht verfügbar. «Derzeit stehen wir in Kontakt zu den städtischen Behörden, um den anstehenden Prozess mit den Planungsabsichten der öffentlichen Hand abzugleichen.» Es gehe auch darum, das «zielführendste Verfahren für die Entwicklung des Areals» zu finden.

Die Parzelle hat eine lange Geschichte: Sie war früher mal ein Steinbruch. Wann genau dieser begründet wurde, lässt sich nicht so ohne Weiteres feststellen. Es dürfte im 18. oder 19. Jahrhundert gewesen sein. In den Aarauer Neujahrsblättern findet sich ein Beitrag von Karl Roth zur Zementindustrie in Aarau. Daraus ist zu entnehmen, dass der berühmte Fabrikant Karl Herosé seine Zementfabrik vom Ziegelrain «ans nördliche Aareufer, etwas unterhalb des heutigen Elektrizitätswerks» zügelte» – unter anderem, «weil die Stadt den alten Rebensteinbruch am Hungerberg günstig zum Kauf anbot». Das war 1837.