Im Alltag spielte die 2002 eingeführte Dachmarke «AAR bus+bahn» nie eine Rolle – obwohl der Schriftzug auf den Bussen, Uniformen und Prospekten allgegenwärtig war. Die Leute fuhren BBA, benutzten den Busbetrieb Aarau. Und jetzt wird die alte Ordnung wieder hergestellt: Der Kunstbegriff «AAR bus+bahn» verschwindet. Das ist eine direkte Auswirkung der Gründung einer grossen Aargauer Bahngesellschaft, der Fusion von WSB und BDWM.

Das künftige Unternehmen mit dem Namen «Aargau Verkehr» wird für die Führung des Busbetriebs zuständig sein – wie früher die WSB und dann «AAR bus+bahn». Allerdings jetzt unter einer neuen Leitung: Severin Rangosch hatte gestern seinen ersten öffentlichen Auftritt in Aarau als CEO von «Aargau Verkehr» und damit Chef des BBA. «Ich profitiere von der Vorarbeit von Mathias Grünenfelder», erklärte Rangosch bei der Entgegennahme der ersten zwei von sieben neuen Bussen.

Das schnittige A

«Sind sie nicht schön?», schwärmte BBA-Verwaltungsratspräsident Peter Forster. Und er verlieh seiner Freude über das Comeback des Namens BBA Ausdruck. Des Namens, unter dem das Unternehmen vor rund 60 Jahren gegründet worden war. Und er wies auf die Bewegung, die Dynamik im neuen Logo hin – in Form des verschobenen Balkens im «A». Weil die neue BBA das Orange der alten «AAR bus+bahn» enthält, sind an den bestehenden Fahrzeugen relativ wenige Änderungen notwendig. Diese werden sukzessive vorgenommen – immer dann, wenn Geld vorhanden ist, wie es Forster sagte.

Busse stammen aus Polen

«Ende März kommt der Härtetest: Dann gehen die neuen Busse in den Linienbetrieb», erklärte Severin Rangosch. Die Fahrzeuge stammen aus Polen, aus dem Werk von Solaris (2500 Angestellte), dass ungefähr in der Mitte zwischen Berlin und Warschau steht. Alle sieben Busse sind bereits in der Schweiz: Zwei sind in Aarau, fünf durchlaufen noch den länderspezifischen Aufbereitungsprozess. Es handelt sich um fünf stehplatzoptimierte Gelenkbusse, die auf den stark frequentierten Linien 1 und 2 zum Einsatz kommen werden. Die zwei sitzplatzoptimierten Normalbusse sollen auf Strecken mit längerem Haltestellenabstand, etwa zwischen Erlinsbach und der Barmelweid, sowie für Extrafahrten eingesetzt werden. Wegen Letzterem sind sie auch mit Gurten ausgerüstet. Gekauft wurden nicht Hybrid-Fahrzeuge, sondern Busse mit Dieselmotoren der neuesten Generation (EURO 6).

Test mit reinem Batterie-Bus

Die sieben Busse kosten rund drei Millionen Franken. Sie wurden im Frühling 2017 bestellt. Auf der Basis von Euro-Preisen – was wegen der seitherigen Kursentwicklung nicht besonders glücklich war. Der Vertrag beinhaltet auch die Option auf vier weitere Gelenkbusse. Was mit den sechs Bussen passieren wird, die seit 2003 im Einsatz stehen und jetzt dann ausrangiert werden können, ist noch nicht klar. Sie werden vermutlich verkauft.

Fürs Erste benötigt der Busbetrieb jetzt keine neuen Busse mehr. Dennoch werden dieses Wochenende Testfahrten mit einem Wagen der allerneusten Technologie durchgeführt. In den Quartieren Goldern und Zelgli (Linien 5 und 7) wird ein fast geräuschloser «Solaris»-Elektrobus unterwegs sein.