Der Schweizerische Städteverband habe sich zu einem «wichtigen Player auf Gemeindeebene in unserem föderalistischen System entwickelt», bilanziert der Aarauer Stadtrat in der Antwort auf eine Anfrage im Einwohnerrat. Der Verband gebe der kommunalen städtischen Ebene in der Bundespolitik «eine Stimme», somit trage eine Mitgliedschaft durchaus Früchte, obwohl sie etwas koste.

Der nationale Städteverband wurde 1897 gegründet und zählt im Moment 126 Mitglieder. Aarau beschloss 1901 den Beitritt und war mehrfach auch Gastgeberin des Schweizerischen Städtetages, letztmals anno 1999. Der Verband wird zudem seit 2006 durch den Aarauer Stadtammann Marcel Guignard präsidiert. Gemischte Gremien befassten sich unter anderem mit der Agglomerationsproblematik und -förderung, namentlich mit der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs oder beim Finanzausgleich. Der Stadtrat verweist konkret auf die Bundesbeteiligung an der WSB-Eigentrassierung Aarau-Buchs-Suhr oder auf die Unterstützung des Parkprojektes Aareland.

Darüber hinaus profitierten auch Mitglieder der Stadtverwaltung vom landesweiten Erfahrungsaustausch, etwa in den Arbeitsbereichen Umwelt und Energie, in der Sozial- oder der Kulturpolitik sowie bei der Stadtentwicklung. Damit verhelfe der Städteverband «immer wieder zu wertvollen Kontakten», die in die praktische Alltagsarbeit einfliessen. Bei einem Austritt hingegen gingen dieses Netzwerk und die Chance, Aarauer Anliegen einzubringen und die Kantonshauptstadt national bekannt zu machen, verloren.

Stadt zahlt jährlich 9452 Franken

Der Anfrager (der inzwischen verstorbene Einwohnerrat Fortunat Schuler) äusserte sich kritisch gegenüber der jüngst erfolgten Beitragserhöhung im Städteverband. Der Ansatz ist 2010 von 26 auf 60 Rappen pro Kopf erhöht worden. Somit wird Aarau pro Jahr mit genau 9452 Franken zur Kasse gebeten. Für den Stadtrat ist diese Steigerung gerechtfertigt durch die Tatsache, dass sich die Aufgaben des Verbandes stark erweitert und verändert haben. Die Anzahl der Themen, die bearbeitet werden, habe sich «vervielfacht», gestiegen sei auch die Präsenz in der Öffentlichkeit.

Das Verhältnis Kosten-Nutzen sei für die Stadt Aarau also im Lot. Ein Verzicht auf die Mitgliedschaft mache keinen Sinn, denn die heutigen Aufgaben und Herausforderungen machten nicht an den Gemeindegrenzen halt. So setze sich der Verband bewusst auch für die Agglomerationen ein, «welche eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Realität darstellen», argumentiert der Stadtrat. (hr)