Schule Entfelden
80 Prozent sind für die Blockzeiten

Eine Umfrage der Schule Entfelden zeigt ein eindeutiges Ergebnis: Die Eltern sind klar dafür, dass Blockzeiten von 8 bis 12 Uhr eingeführt werden. Häufigster Grund: Beide Eltern könnten dann arbeiten. Der Kreisschulrat muss jetzt die Weichen stellen.

Katja Schlegel
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An der Schule Entfelden sollen morgendliche Blockzeiten eingeführt werden.

An der Schule Entfelden sollen morgendliche Blockzeiten eingeführt werden.

Die Primarschüler und Kindergärtler aus Unterentfelden und Oberentfelden sollen ab nächstem Schuljahr jeden Morgen von 8.20 bis 11.50 Uhr fix vier Lektionen Unterricht haben. Die Schulpflege hat einen entsprechenden Antrag auf «umfassende Blockzeiten» und damit jährlich wiederkehrende Kosten von rund 190 000 Franken an den Kreisschulrat gestellt. Dieser wird an der Sitzung vom 10. September über den Antrag entscheiden.

Blockzeiten kennt die Schule Entfelden bereits heute, wenn auch nicht mit vier Lektionen. So haben alle Kinder zwischen 9 und 11 Uhr Unterricht. Seit einigen Jahren können Eltern ihre Kinder ausserdem kostenlos für Randzeitenbetreuung von 8 bis 9, beziehungsweise von 11 bis 12 Uhr anmelden. Aufgrund von Meldungen aus der Bevölkerung hatte die Schulpflege die Schulleitung noch im letzten Jahr damit beauftragt, die Einführung von umfassenden Blockzeiten zu prüfen (die az berichtete).

Bedürfnis schwarz auf weiss

An einer ersten Information des Kreisschulrats an der Sitzung Ende April hatte dieser Punkt, das Bedürfnis der Eltern, zu reden gegeben. Ein Kreisschulrat forderte von der Schulpflege, sie solle doch sichtbar machen, ob das Bedürfnis bestehe.

Das hat die Arbeitsgruppe nun getan und bei den Eltern von Kindergarten- und Primarschulkindern eine Bedürfnisabklärung durchgeführt. Insgesamt wurden 341 Fragebögen an die Schulleitung zurückgeschickt – und die sprechen eine deutliche Sprache: 80,1 Prozent (oder 273 Personen) haben sich für die Einführung der Blockzeiten ausgesprochen. Von diesen gut 80 Prozent gaben wiederum 78,4 Prozent «beide Eltern können arbeiten» als Grund für die Zustimmung an, gefolgt von «pädagogischer Gewinn» (74,4 Prozent) «gemeinsamer Schulweg» (69,6 Prozent).

Bei den Gegnern (68 Personen) lehnen 54 die Blockzeiten mit dem Hauptargument ab, die Belastung der Kinder sei zu hoch. 18 Personen sehen keinen Bedarf, vier befürchten Stress im Elternhaus, drei kritisieren die Finanzen und eine Person hat «mehr Freizeit (mehr Nachmittage)» als Negativpunkt angegeben.

Anzahl Lektionen steigt

Beim angestrebten unterrichtsnahen Blockzeitenmodell werden die Vormittagsblöcke in lehrergeleitete und schülerzentrierte Unterrichtsphasen eingeteilt. Während neuer Schulstoff hauptsächlich in den lehrergeleiteten Stunden vermittelt wird, bleibt in den darauffolgenden Stunden Zeit, das Gelernte zu vertiefen. Mit diesem Modell steigt die Anzahl Lektionen für die Erst- und Zweitklässler von 20 auf mindestens 24. In dieser Zeit können laut Schulpflege beispielsweise auch Zusatzunterricht wie Instrumentalunterricht oder Logopädie- und Legasthenie-Therapien besucht werden. An den Nachmittagen würde nach individuellem Stundenplan unterrichtet.

Von den erweiterten Blockzeiten profitieren würden in erster Linie die Kinder, ist die Schulpflege überzeugt: Sie hätten nicht nur mehr Zeit für denselben Unterrichtsstoff, verbessert würde auch die Integration. Ausserdem würde die Sozialkompetenz gesteigert und die Betreuungssituation verbessert, weil die Kinder weniger alleine auf der Strasse unterwegs oder zu Hause wären. Die Vorteile für die Familien seien die Anpassung an die veränderten Familienstrukturen und die gemeinsamen Schulzeiten der Kinder.

Von den Blockzeiten profitieren würden nicht zuletzt auch die Volksschule und die Gemeinden, so die Schulpflege in ihrem Antrag: Die regelmässigen Unterrichtszeiten würden einerseits den Schulalltag beruhigen, anderseits wäre es so einfacher, Instrumentalunterricht und Stützangebote in den Stundenplan zu integrieren. Die Gemeinden würden vom Standortvorteil und von höheren Steuereinnahmen profitieren, weil der Anteil der Doppelverdiener mit geregelten Schulzeiten steigen dürfte.

Höhere Lohnkosten

Damit der Halbklassenunterricht nicht entfällt, werden bis zur 2. Klasse Partnerlehrpersonen eingesetzt. Das verursacht zusätzliche Lohnkosten von rund 190 000 Franken. Sollte der Kreisschulrat den Antrag und damit die jährlichen Zusatzausgaben gutheissen, kommt er anschliessend vors Volk. Dies, weil sämtliche wiederkehrenden Ausgaben von über 150 000 Franken dem obligatorischen Referendum unterstehen.

Die Kreisschulratssitzung ist öffentlich. Sie findet am Mittwoch, 10. September, um 19.30 Uhr in der Aula des Oberstufenschulhauses in Oberentfelden statt. Auf der Traktandenliste stehen nebst den Blockzeiten die Ersatzwahl für ein Mitglied der Schulpflege sowie das Budget 2015.

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