Gränichen
8 Millionen für ein neues Zuhause für Demenzkranke – mit Sinnesgarten

Das Alterszentrum Gränichen plant für rund acht Millionen eine geschlossene Abteilung mit Sinnesgarten. «Haus am Bach» heisst die neue Demenzabteilung, die hinter dem Alterszentrum entstehen soll.

Barbara Vogt
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Das Gebäude Schiffländi mit Brockenstube und Wohnung wird abgebrochen. Für die Mieter, eine Asylbewerberfamilie, muss eine neue Wohnmöglichkeit gesucht werden.

Das Gebäude Schiffländi mit Brockenstube und Wohnung wird abgebrochen. Für die Mieter, eine Asylbewerberfamilie, muss eine neue Wohnmöglichkeit gesucht werden.

BA

Damit der Neubau realisiert werden kann, wird die bestehende Brockenstube Schiffländi abgebrochen. An deren Stelle entsteht eine geschlossene Demenzabteilung für 20 Bewohnerinnen und Bewohner. Das Baugesuch dafür liegt bis 23. November auf, Einsprachen sind laut Abteilung Bau Planung Umwelt bis jetzt keine eingegangen.

Damit der Neubau realisiert werden kann, wird die bestehende Brockenstube Schiffländi abgebrochen. An deren Stelle entsteht eine geschlossene Demenzabteilung für 20 Bewohnerinnen und Bewohner.

«Auch bei uns leben vermehrt Menschen mit Demenz», sagt Florian Koch, Leiter des Alterszentrums Gränichen. Weil die Betroffenen Verhaltensauffälligkeiten zeigten, sei es schwierig, sie in den normalen Heimbetrieb zu integrieren. «Wir stossen immer mehr an unsere Grenzen», so Koch. Bereits vor Jahren richtete das Heim im Obergeschoss eine Demenzabteilung ein, die dann aber wieder geschlossen wurde.

Ein Baum im Haus

Die neue Abteilung will den Menschen mit Demenz eine hohe Wohnqualität und viele emotionale Erlebnisse, abgestimmt auf die Biografie, ermöglichen. Das eingeschossige Haus wird durch Oberlichter erhellt. Natürliches Tageslicht unterstütze den Rhythmus demenzkranker Menschen, sagt Architekt Severin Andermatt aus Winterthur, der schon ähnliche Projekte realisiert hat. Im Haus wird ein um zwei Meter erhöhter Dorfplatz realisiert, der gleichzeitig Treffpunkt und Zentrum darstellt.

Mittendrin steht ein Baum, und die Zimmer der Bewohner werden wie kleine, farblich unterschiedliche Häuschen um den Dorfplatz angeordnet. Die Demenzkranken leben grösstenteils in Doppelzimmer, davon sind 14 permanent besetzt. Die anderen Zimmer werden als Räume für Tagesgäste oder als Ausweichmöglichkeiten genutzt. Durch den Dorfplatz und das Teilen der Zimmer hätten die Bewohner die Möglichkeit, Beziehungen zu knüpfen, sagt Andermatt. Überall gibt es Sinnesoasen wie ein Aquarium oder ein mit LED erleuchtetes Kamin. In ihrer neuen Umgebung stossen die Betagten weder auf Sackgassen noch Hindernisse.

Das Gebäude umgibt ein weitläufiger Garten, der mit einem Zaun geschlossen und grün bepflanzt wird. Es entstehen Wege und Rundläufe, Rückzugsorte und Plätze mit Wasserspielen, Blumenrabatten und einer Vogelvoliere. Zudem soll der Lochbach, der an den Neubau grenzt, durch die Abflachung des Uferbereichs sichtbar gemacht werden.

Das Untergeschoss der Demenzabteilung ist mit dem Alterszentrum verbunden. Das vereinfacht die Abläufe, werden die Bewohner doch vom Haupthaus verpflegt. Das Untergeschoss zählt über 30 Parkplätze für Personal und Besucher. Auch entstehen hier ein Mehrzweckraum und ein Raum der Stille.

Einzug im Jahr 2017

Das neue Demenzhaus kostet rund acht Millionen Franken, das die Stiftung Altersheim Schiffländi fremdfinanziert. Wohl unterstütze die Gemeinde den Neubau nicht, sagt Stiftungspräsident Rudolf Widmer, doch stelle sie dem Zentrum das Land zur Verfügung. Das Baurecht für eine Dauer von hundert Jahren umfasst gut 10 000 Quadratmeter.

Widmer hofft, das Projekt im nächsten Frühjahr in Angriff nehmen zu können: Vorerst soll das Haus mit der Brocki abgebrochen und danach die Demenzabteilung errichtet werden. Wenn alles rund läuft, ziehen die ersten Bewohner im Herbst 2017 in ihr neues Zuhause.

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