Aarau

7,4 statt 6,5 Millionen Franken: Schachenschulhaus wird massiv teurer

Primarschulhaus Schachen in Aarau.

Primarschulhaus Schachen in Aarau.

Statt 6,42 Millionen Franken wird die Sanierung neu 7,398 Millionen Franken kosten, weil die Bausubstanz und Ausstattung der bestehenden Gebäude «original» sind.

7,06 Millionen Franken. So viel will der Stadtrat für die Erweiterung und Sanierung der Primarschule im Schachen ausgeben. Der Baukredit kommt im Juni vor den Einwohnerrat.

Die Primarschule hat heute Platz für maximal 8 Abteilungen. Nach der Erweiterung sollen 12 Abteilungen Platz finden, zusätzlich Gruppen- und Spezialräume. Laut aktuellen Prognosen wird diese Anzahl Räume spätestens ab dem Schuljahr 23/24 benötigt. Das bestehende Gebäude wird nach Westen und nach Osten mit je einem Anbau erweitert (plus 40 Prozent). Zudem muss die bestehende Gebäudestruktur saniert werden.

Das Primarschulhaus Schachen wurde 1967 von Architekt Emil Aeschbach gebaut. Es hat drei Stockwerke. Im Untergeschoss befindet sich ein öffentlicher Zivilschutzraum. In der Einwohnerratsbotschaft wird dem Schulhaus ein an sich guter Zustand attestiert. Der Sanierungsbedarf betrifft vor allem die Gebäudetechnik. «Viele Installationen sind bereits mangelhaft, andere Bauteile sind am Ende ihrer Lebensdauer angelangt», heisst es. Das Projekt umfasst auch Massnahmen für die Behindertengerechtigkeit, Brandschutz, Hochwasserschutz und Statik. Die Sanitärräume werden erneuert, ein Lift macht alle Stockwerke zugänglich.

Auf eine Minergie-Zertifizierung wird verzichtet. Aufgrund der Statik ist es nicht möglich, auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Dafür wird die gesamte Beleuchtung auf LED-Technik umgerüstet.

Weitere 130 Zivilschutz-Plätze

Die neuen Flächen im Untergeschoss, welche nicht für schulische Nutzungen nötig sind, werden für eine neue Zivilschutzanlage mit 130 Plätzen ausgebaut. «Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Verminderung des Schutzplatzdefizits auf Stadtgebiet.» 400 Plätze sind bereits vorhanden.

Für den Instrumentalunterricht gibt es zwei neue, schalldichte Räume. An der Turnhalle muss nichts verändert werden, sie bietet auch für 12 Abteilungen ausreichend Kapazitäten.
«Dank terminlicher Abstimmung zwischen Projektierungszeitplan und Schülerprognosen kann auf Schulraumprovisorien verzichtet werden», heisst es in der Botschaft. Südlich des Primarschulhauses soll der Aussenraum «mit einem vielfältigen Spielangebot aufgewertet werden». Sagt der Einwohnerrat Ja, kommt der Kredit am 24. September vors Volk. Das Baugesuch soll noch dieses Jahr aufgelegt werden. Mit dem Baubeginn rechnet die Stadt in den Sommerferien 2018. Zuerst werden die Erweiterungsbauten erstellt, die schon in den Sommerferien 2019 bezugsbereit sein sollen. Danach werden die bestehenden Gebäude umgebaut und saniert, auch hier wird mit einer Baudauer von einem Jahr gerechnet. Spätestens in den Sommerferien 2021 will man mit allem fertig sein.

1 Million Franken teurer

Das Total der Investitionskosten für Erweiterung und Sanierung (ohne Schutzraum, ohne Beiträge aus dem Unterhaltsbudget) liegt nach aktuellen Berechnungen voraussichtlich bei 7,398 Millionen Franken. Im 2015, als der Projektierungskredit gesprochen wurde, ging man noch von Kosten von 6,42 Millionen Franken aus. Grund für die Kostensteigerung sei die Tatsache, dass Bausubstanz und Ausstattung der bestehenden Gebäude weitgehend noch «original» seien – «Entsprechend hoch sind nun die Kosten für den Ersatz oder die Sanierung der Bauteile, welche am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind», heisst es in der Ratsbotschaft. Man habe wegen der bevorstehenden Erweiterung in den letzten Jahren bewusst grosse Investitionen in den Unterhalt der Liegenschaft zurückgestellt.
Einsparungen gibt es beim Projektierungskredit: 700 000 Franken hatte der Einwohnerrat im März 2015 bewilligt; die aktuelle Endkostenprognose beläuft sich laut Stadtrat auf rund 500 000 Franken.

Meistgesehen

Artboard 1