Ein 2000-Watt-Menü, bei dem man Kilowatt statt Kalorien zählt, Exkursion zu einem Wasserkraftwerk, Solarenergieberatung, Kino-Event oder Food-Waste-Apéro: An den Aarauer Umweltwochen gibt es ein vielseitiges Programm. «Das Thema kommt trocken daher, doch es steckt voller Energie!», betonte Stadtrat Werner Schib in seiner Eröffnungsrede auf dem Holzmarkt. Denn seit der Abstimmung im Jahr 2012 ist das Ziel gesetzt: Aarau will eine 2000-Watt-Gesellschaft werden.

Aktuell liegt der durchschnittliche Verbrauch fast vier Mal so hoch. Schib beruhigte: «Zurück in die Steinzeit müssen wir nicht. In den 60er-Jahren haben wir die 2000 Watt-Gesellschaft noch gelebt.» Damals habe man den Kaffee noch selber gemahlen. In Kapselform gab es ihn noch nicht, nannte Schib ein Alltagsbeispiel, das den Energieverbrauch in die Höhe treibt.

Stadtrat auf dem grünen Stuhl

In einem einfach eingerichteten Studio unterzog Laura Pfund von der Umweltfachstelle den Stadtrat einem Energiecheck. «Ich setze mich auf den grünen Stuhl», schmunzelte dieser und überliess den roten Stuhl der Moderatorin. Wie oft die Waschmaschine zu Hause laufe und ob er mit dem Auto zur Arbeit fahre, waren zwei der Fragen, die er beantworten musste. «In Aarau ist das Velo für mich das praktischste Nahverkehrsmittel.», gab er Auskunft. Ein Pluspunkt. Abzug gab hingegen, dass die Familie zwei Autos besitzt. Als Schlussresultat zeigte der Rechner 7164 Watt. Rund 1000 Watt unter dem Durchschnitt von Aarau. Aber immer noch zu hoch. «Ein Anfang ist es!», lobte Pfuhl. Auch die Zuschauer, die über den Holzmarkt schlenderten, konnten ihren Energieverbrauch berechnen lassen. Und unterschiedliche Energiepaare studieren: Wie weit kommt ein Pinguin mit einem Liter Benzin? Was produziert mehr CO2: Die Produktion von 11kg Rindfleisch oder ein Flug von Zürich nach Wien? Am Stand des WWF gab aber auch praktisch umsetzbare Tipps zum Energiesparen wie der Kauf von regionalen und saisonalen Produkten.

Die Umweltwochen finden vom 17. – 31. Oktober 2015 statt.