Aarau

700'000 Franken aus Swisslos-Fonds für die Gränicher Bronzezeit-Funde

Im 4. Quartal 2018 gewährt der Regierungsrat 41 Kulturprojekten einen Beitrag oder eine Defizitgarantie aus dem Swisslos-Fonds. Der höchste Beitrag geht an das archäologische Forschungsprojekt «Gränichen Lochgasse» der Kantonsarchäologie.

Der Regierungsrat fördert mit der finanziellen Unterstützung aus dem Swisslos-Fonds ein vielfältiges kulturelles Leben im Kanton. Bei der aktuellen Vergabe entfällt der mit 700 000 Franken höchste Beitrag auf das archäologische Forschungsprojekt «Gränichen Lochgasse», das die Kantonsarchäologie in Zusammenarbeit mit der Universität Basel realisiert. Auf der Wiese zwischen Lochweg und Lochgasse in Gränichen hat die Kantonsarchäologie 2016 und 2017 ihre bisher grösste prähistorische Grabung durchgeführt.

Das Gelände, auf dem inzwischen eine grosse Wohnüberbauung im Entstehen begriffen ist, bot die Möglichkeit, erstmals im Aargau eine Landsiedlung aus der Bronzezeit grossflächig zu erfassen. Schon früh ging die Kantonsarchäologie davon aus, dass die neuen Erkenntnisse, die sie sich von der Grabung versprach, von europaweiter Bedeutung sein würden. Nachgewiesen wurden die Spuren eines ganzen bronzezeitlichen Dorfes aus der Zeit um 1500 vor Christus. Dabei kamen, wie vor einem Jahr kommuniziert wurde, «Funde und Befunde aus einer kaum bekannten Epoche zum Vorschein, die in ihrer Grösse schweizweit einzigartig sind». Darunter sind zwei Erdgruben mit rituellem Hintergrund.

Die Grabungsfunde lagern in der Kantonsarchäologie und sollen wissenschaftlich ausgewertet werden. Dabei geht es um über 130 Kisten mit Fundmaterial und 430 Eimer mit Erdproben für botanische Untersuchungen. Dazu kommen mehr als 3000 dokumentierte Einzelbefunde. Die 700 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds ermöglichen nun die Auswertung der Grabungsfunde. Diese soll 2022 abgeschlossen sein. Die neuen Erkenntnisse sollen in eine Publikation münden. Das bestätigt auf Anfrage Mercedes Lämmles, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Departement Bildung, Kultur und Sport. Von der Auswertung werden Einblicke in die materielle Kultur, die damalige Siedlungsweise, das Alltagsleben und in die rituellen Praktiken der Mittelbronzezeit erwartet.

Wer sonst noch Geld bekommt

Weitere Beiträge gehen an folgende Gesuchsteller aus der Region Aargau West: Jugendchor Seetal (Lagerwoche, 9000 Fr.). KIFF Aarau (94 000 Fr.), Stiftung Schloss Lenzburg (Umnutzung Bernerhaus, 54 000 Fr.), Tambourenverein Oberentfelden–Muhen (Zentralschweizerisches Jungtambouren- und Jungpfeiferfest, 10 000 Fr.), Verein Anlaufstelle Integration Aargau AIA (Interkulturfest 2019 in der Alten Reithalle, 20 000 Fr.), Verein Kanal K (Vermittlungsprojekte, 75 000 Fr.), Aargauischer Kunstverein (Sonderausstellung «Maske» im Aargauer Kunsthaus, 430 000 Fr., und Sonderausstellung Jean-Luc Mylayne, 90 000 Fr.), B’bühne Aarau (Produktion «Der Falschmünzer», 35 000 Fr.).

Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

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