Aarau

70 Millionen-Projekt in Küttigen: Baugesuche für Baumschul-Areal liegen auf

163 Wohnungen sollen auf 3,5 Hektaren entstehen. Das Dorf wächst auf einen Schlag um 5 Prozent. Die Bevölkerung sieht dem Unterfangen mit gemischten Gefühlen entgegen.

Vor fast genau fünf Jahren wurden die ersten Studien präsentiert. Und jetzt liegen die Baugesuche für die Überbauung des 3,5 Hektaren grossen Baumschul-Areals mitten in Rombach öffentlich auf. Wo bisher die Baumschule Hauenstein angesiedelt war, die nun am Dorfrand ihr neues Betriebszentrum baut, soll bald gewohnt werden. Die Gestaltungspläne sind bereits rechtskräftig.

Wer die verschiedenen Gesuche für die einzelnen Baufelder anschauen will, braucht Zeit: Es handelt sich um das wohl umfangreichste Projekt in der jüngeren Küttiger Geschichte. Laut den Baugesuchen belaufen sich die Baukosten (ohne Land) auf insgesamt rund 70 Mio. Franken. Bauherrin und Investorin ist die Rombach Immobilien AG. Sie ist eine Tochterfirma der in Laufenburg domizilierten Baufirma Erne AG. Insgesamt sind drei Architekturbüros beteiligt (ERP Architekten, Baden; Frei Architekten, Aarau; ffbk Architekten, Zürich.

Die momentan aufliegenden Baugesuche umfassen elf Baukörper mit gesamthaft 163 Wohnungen (2½ Zimmer: 35; 3½ Zimmer: 65; 4½ Zimmer: 53, 5½ Zimmer: 10). Von diesen Wohnungen werden 20 in Form von Reiheneinfamilienhäuser in drei Baukörpern entlang der Bibersteinerstrasse erstellt. Diese sind nur als Wohneigentum erhältlich (4½ oder 5½ Zimmer). Jedes Reiheneinfamilienhaus hat einen kleinen Vorgarten und zwei Wohngeschosse.

Dahinter – also nördlich – entstehen Mehrfamilienhäuser. Die Baugesuche zeigen deren acht. Die Wohnungen werden teils vermietet, teils verkauft. Bei allen Bauten ist eine Wärmepumpenheizung (Erdsonde) vorgesehen. Sie haben extensiv begrünte Dächer und sind als Holzelementbau mit betoniertem Sockel geplant.

Auf www.baumgarten-küttigen.ch sind die Wohnungen bereits ausgeschrieben (noch ohne Preise), bezugsbereit sollen sie im Herbst 2021 sein. Als erstes werden die Reiheneinfamilienhäuser respektive die Mehrfamilienhäuser im Westteil des Areals erstellt, danach die im Ost- und Nordteil. Zwischen den Häusern soll ein Aussenraum mit Parkcharakter entstehen. Geplant sind nicht nur verschiedene Wege, die das Areal durchgängig machen und insbesondere auch einen öffentlichen Durchgang zwischen der Bibersteinerstrasse und Alter Stockstrasse schaffen, sondern auch Blumenwiesen, Parkbäume und Bänkli. Am Westrand des Areals wird das Tannenbächli renaturiert. Laut Gesuch soll punktuell der Zugang zum Wasser ermöglicht werden.

Insgesamt gibt es drei Spielbereiche. Das Areal ist verkehrsfrei. Es gibt zwei Parkhäuser, deren Einfahrten an der Bibersteinerstrasse beziehungsweise am Baumschulweg liegen. Dass der Kanton die Ausfahrt auf die Kantonsstrasse (Bibersteinerstrasse) erlaubt, ist eine Ausnahme. Das Areal soll ausserdem zwei Entsorgungsplätze (Unterflur) geben.

Wachstum kommt im Dorf nicht nur gut an

Die Überbauung des Baumschul-Areals bringt Platz für rund 500 neue Einwohnerinnen und Einwohner. Das bedeutet für die Gemeinde Küttigen eine Bevölkerungszunahme um rund 5 Prozent. Ausserdem sind alleine entlang der Bibersteinerstrasse noch zwei weitere neue Überbauungen, wenn auch kleiner, in der Pipeline.

Im Dorf weckt das durchaus auch Ängste, wie an einer Infoveranstaltung im August deutlich wurde. Der Gemeinderat betonte, punkto Verkehrsinfrastruktur habe man gute Voraussetzung und der Schulraum in der Schulanlage «Auf Stock» reiche aus, zumal die Oberstufenschüler über kurz oder lang alle nach Aarau gehen werden.

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