Graffiti zieren die Mauern im ehemaligen Industriegebiet Torfeld Süd, wo das Fussballstadion entstehen soll. Sie sind bunte Hinweise auf das Skate- und Sportcenter Rolling Rock, das – vor bald 15 Jahren gegründet – längst zum überregionalen Skater-Mekka geworden ist.

Simon Eichenberger, Geschäftsführer des Rolling Rock, kennt das Stadionprojekt in- und auswendig, schliesslich hat er sich im Komitee Pro Torfeld Süd dafür starkgemacht. Er weiss, dass die Tage des Rolling Rock, wie es sich heute darstellt, gezählt sind, und trotzdem hat er nochmals in die Anlagen investiert. Zusammen mit Patrick Studer und ein paar Jugendlichen hat er nämlich vergangene Woche die Halfpipe demontiert und eine neue Rampe sowie Hindernisse eingebaut.

700 Stunden Manpower

Rund 700 Stunden Manpower steckten in der neuen Anlage, erklärt Eichenberger und liefert gleich weitere Zahlen nach: 6000 Schrauben, 21 Meter Coping und 1 Sattelschlepper Holz. Für Nicht-Insider: Coping heissen die Eisenrohre, auf denen die Skater gleiten (laut Eichenberger stimmt das so, auch wenn der englische Begriff eine Strategie zur Stressbewältigung bezeichnet). Und besagtes «Gleiten» heisst in der Sprache der Skater «grinden». Die neue Anlage erlaube ein kreativeres Skaten, sagt Eichenberger, und ermögliche mehr und bessere Contests und Veranstaltungen.

Gemäss Aussage der Stadt und dem Stadionbauer, der Generalunternehmerin HRS, könne es noch zwei Jahre dauern, bis auch das Rolling Rock dem Stadion weichen müsse. «Für diese zwei Jahre lohnen sich die Investition allemal», sagt Simon Eichenberger. Er hat die Option, sein Unternehmen in der Stadionanlage unterzubringen. Eichenberger: «Eine gewisse Unsicherheit bleibt, Flexibilität ist gefordert.»

Durch die neue Anlage erwarte er auch neue Kundschaft, sagt Eichenberger; Kunden, die übrigens immer noch die gleichen Eintrittspreise wie vor 15 Jahren bezahlen. Darauf sei er besonders stolz, sagt der Rolling-Rock-Chef. Er bietet den Skatern neu zwei Minipipes an sowie zwei Steilwandkurven und diverse Hindernisse, wie zum Beispiel eine Funbox. Es werden auch andere Sportarten wie Klettern im Rolling-Rock-Center ausgeübt.

Das Rolling-Rock führt in der Rathausgasse auch einen Laden und beschäftigt, Eichenberger eingerechnet, insgesamt fünf Vollzeitmitarbeitende sowie Aushilfen. Zwei Jugendliche machen bei Eichenberger die Lehre, und zwar im Verkauf und Detailhandel.