576 Einwohnerinnen und Einwohner haben gegen eine Mobilfunkantennenanlage auf einem Gebäude an der Hauptstrasse in Rombach Einsprache erhoben. Das sind fast zehn Prozent der Bevölkerung. Zu viele, als dass der Gemeinderat sie hätte negieren können. Er hat das Baugesuch von Sunrise denn auch postwendend abgewiesen.

Wie Roger Schaller von der Sunrise-Medienstelle gegenüber der az auf Anfrage erklärte, hat Sunrise gegen den negativen Entscheid des Gemeinderats beim Regierungsrat Beschwerde eingereicht.

Es sei nicht primär die grosse Zahl der Einsprecher, sondern vielmehr die ungenügende Einpassung in das Landschafts- und Ortsbild, welche den Gemeinderat zum negativen Entscheid veranlasst habe, sagt Gemeindeschreiber Robert Rütimann, der von seinem Büro aus die Profile, welche die Grössenverhältnisse der geplanten Antennenanlage andeuten, sehen kann. Im für die Antenne vorgesehenen Haus an der Hauptstrasse (Neu Stockstrasse 29) sind ein Weinhandelsgeschäft, ein Coiffeursalon und Wohnungen untergebracht.

Keine Abklärung über Beschwerdeberechtigung

Ob alle 576 Personen, welche unterschrieben haben, auch beschwerdeberechtigt sind, wurde nicht abgeklärt. Im vorliegenden Fall wären gemäss Bauverwaltung Anwohnerinnen und Anwohner im Umkreis von 452 Metern dazu legitimiert.

Angesichts der grossen Zahl der Einsprecherinnen und Einsprecher konnte der Gemeinderat nicht anders, als «den Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor übermässigen Einwirkungen» in seinem Entscheid angemessen zu gewichten.

Wie vonseiten der Sunrise-Medienstelle zu erfahren war, sei es jeweils schwer abzuschätzen, wie die Bevölkerung auf Baugesuche für Mobilfunkantennen reagiere. Wie stark die Opposition hange sehr oft vom Grad der Mobilisierung in den betroffenen Quartieren und Dörfern ab.

Besonders gross sei die Opposition, wenn Schulen und Kindergarten tangiert seien, selten gebe es Reaktionen in Industriequartieren. Sunrise weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Grenzwerte in der Schweiz sehr viel strenger seien als in der EU-Ländern. Oft würden sich die Baugesuchsverfahren über Jahre hinziehen.