Es ist ein kleines Theater mit kleinen Besuchern. In diesem kleinen Rahmen erreichte der «Fabrikpalast» in der Telli jetzt aber einen Rekord: das erfolgreichste Jahr seit der Gründung vor 15 Jahren. Bisher besuchten pro Jahr rund 1500 Leute die 50 Veranstaltungen. In der vergangenen Saison waren es mit 2300 Besuchern um die Hälfte mehr.

Wie hat Fabrikpalast-Leiter Hansueli Trüb das geschafft? Das Besucherresultat sei vermutlich auf drei Premieren zurückzuführen, sagt Trüb. So konnte der Fabrikpalast zum ersten Mal am aargauischen Schulfestival «Theaterfunken» teilnehmen, dann war der Fabrikpalast Teil des städtischen Neujahrsempfangs und Anfang Jahr wurde ein Kinderklub gegründet, das «Fabrik-Aquarium», das für zusätzliche Attraktivität sorgt.

Theater ist besser verankert

«Es scheint, dass diese Impulse geholfen haben, den Fabrikpalast in den Köpfen der Aargauer Bevölkerung weiter zu verankern», schreibt das Theater. Dazu hat sich der Aarauer Magier Arthur Roscha an fünf Abenden mit Gästen im Lokal eingemietet und so einem neuen Publikumsspektrum die Lokalität bekannt gemacht. «Ich hoffe, das ist kein einmaliger Ausreisser, sondern ein Trend», sagt Hansueli Trüb. Das ist gut möglich, denn in der nächsten Spielzeit wird das 15-jährige Bestehen gefeiert. Zudem gibt sich der Fabrikpalast einen neuen Internetauftritt und endlich ein spielerisches Logo, das jenem des KiFF nicht mehr ähnelt. Das Konzertlokal und das Figurentheater befinden sich im selben Gebäude in der Telli.

Mehr Programm im Herbst

Zur Feier des Jubiläums findet vom 30. Oktober bis zum 23. November ein Festival statt, in dem ein verdichtetes Programm geboten wird. Gleichzeitig startet der Kinderklub einen Kurs mit Theaterpädagogin Caroline Ringeisen. «Zurzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren», meldet der Fabrikpalast. Vorstand und Festival-OK träfen sich zu «unzähligen Sitzungen».

Trüb versäumt es nicht darauf hinzuweisen, dass die intensive Arbeit eigentlich nicht auf freiwilliger Basis erfolgen könne. Er hat das Gesuch für die Schaffung einer Geschäftsstelle ein zweites Mal bei der Stadt eingereicht, in der Hoffnung jährlich 18 000 Franken mehr Unterstützung zu erhalten und den Fabrikpalast professioneller führen zu können. Der Einwohnerrat wird an der Budgetdebatte im Oktober entscheiden.