Seit der Eröffnung des Staffelegg-Zubringers sei der Verkehr auf dem schon länger brüchigen Strassenbelag merklich angestiegen, schreibt das zuständige Ingenieurbüro im Technischen Bericht. Eine hochgerechnete Stichprobenzählung kommt auf aktuell 5400 Fahrzeuge pro Tag. Damit wäre wieder fast der Stand von 1990 erreicht, als eine Zählstelle täglich 5500 Fahrzeuge erfasst hat.

Verschiedene Massnahmen zur Verkehrsberuhigung sollen diese Entwicklung nun umdrehen. Dazu werden die vier Belagskissen, kleine Erhebungen in der Strasse, die die Autofahrer zum Abbremsen veranlassen sollen, aufgehoben und durch zwei Hindernisse vor dem Kindergarten ersetzt werden, die nur einspurig passierbar sind. Die Hindernisse sollen demontierbar sein, damit sie aus dem Weg geräumt werden können. Weil die heutigen Belagskissen auf 40 bis 50 km/h ausgelegt sind, sorgt zur Zeit ein Lotsendienst vor der Schulanlage für zusätzliche Sicherheit. Ausserdem wird die sechs Meter breite Strasse zugunsten des bestehenden Trottoirs um 20 cm verschmälert.

Gemeinde will 30er-Zone

«Im Januar werden wir ausserdem unsere Pläne für eine neue 30er-Zone auflegen», sagt Gemeindeammann Urs Affolter. Künftig soll im gesamten Neumattquartier, zu dem auch die Gysistrasse gehört, Tempo 30 gelten. Ziel ist es, den Schwerverkehr und Schleichverkehr im Quartier zu reduzieren. «Sollten die geplanten Massnahmen nicht ausreichen, haben wir weitere Ideen in der Hinterhand», sagt Urs Affolter. Diese würden aber nur zur Umsetzung vorgeschlagen, wenn wirklich nötig.

Das Bauprojekt wird für verschiedene weitere Arbeiten genutzt, die fällig sind: Die Kanalisation muss an die heutigen Anforderungen des Gewässerschutzes angepasst werden. Inzwischen zu kleine und in die Jahre gekommene Wasserleitungen sollen durch grössere ersetzt werden. Zudem will die UPC auf eigene Kosten eine bestehende Antenne ergänzen und passende Kabel verlegen. Und die IBAarau (künftig Eniwa) nützt die Gelegenheit zur Erneuerung der Strassenbeleuchtung. Dabei übernimmt sie einen Viertel der Kosten, den Restbetrag zahlt die Gemeinde.

Der Baustart ist für Frühling 2018 geplant und wird einige Sperrungen der Strasse für den Durchgangsverkehr und vereinzelt komplette Sperrungen nötig machen. Für Fussgänger soll insbesondere der Zugang zu den Liegenschaften jederzeit gewährleistet sein.

Nach vollendeter Sanierung wird die Sammelstrasse schliesslich ihren Status verlieren und zu einer ruhigeren Erschliessungsstrasse herabgestuft werden.

Das Baugesuch nimmt seinen zweiten Anlauf. Nach der ersten Auflage setzte sich die Gemeinde mit verschiedenen Anwohnern zusammen und überarbeitete das Baugesuch, um allen Einwänden weitmöglichst gerecht zu werden, sagt Urs Affolter. Das Gesuch kann noch bis zum 18. Januar im Gemeindehaus eingesehen werden.