Schloss Biberstein

300'000 Franken – Eine Menge Geld für die Rettung eines Baumes

Die Stiftung Biberstein hatte zu entscheiden: Entweder die Mauer wird teuer gesichert oder der Baum muss weg.

Die Stiftung Biberstein hatte zu entscheiden: Entweder die Mauer wird teuer gesichert oder der Baum muss weg.

Die Stiftung Schloss Biberstein hat ein Problem mit ihrer alten Platane. Sie braucht 300'000 Franken für eine Mauersanierung. Denn das Wurzelwerk drückt die Mauer zwar weg, schützt sie aber gleichzeitig.

Mächtig ragt die Platane auf dem Schlosshof Biberstein in den Himmel. Rund 30 Meter hoch ist der Baum, dessen Wurzelwerk so gross wie die Krone sein dürfte. Und genau das ist das Problem: Die Wurzeln drücken auf die äussere Schlossmauer. So sehr, dass diese einzustürzen drohte. Die Stiftung Schloss Biberstein will den Baum retten und liess 13 Betonanker in die Mauer setzen. Kosten dürfte dies laut Voranschlag rund 300'000 Franken. Nun sammelt die Stiftung Geld.

Wer mit Adressen, Kontakten oder Rat und Tat zur Seite stehen könne, soll sich bei Geschäftsführer Stefan Christen melden, lautete der Aufruf in der letzten Ausgabe der Dorfzeitung. «Wir hoffen, dass es viele Leute schätzen, dass wir zu Gunsten des Baumes entschieden haben», sagt Stefan Christen.

Die Arbeiten stehen bereits kurz vor dem Abschluss

Noch lässt die Resonanz auf den Spendenaufruf grösstenteils auf sich warten. Jemand habe vorgeschlagen, mit einem Spezialbrot im Schlossladen für die Sicherung der Bruchsteinmauer zu sammeln, so Stefan Christen. Ausserdem beteiligt sich der Kanton im Rahmen der Denkmalpflege am Projekt, was sich auf etwa fünf Prozent der Kosten belaufen dürfte. Keinen Teil übernimmt die Gemeinde Biberstein. Man habe dafür Verständnis, da die Gemeinde die Stiftung bereits an anderen Orten unterstütze, lässt der Geschäftsleiter des Schloss Biberstein verlauten.

18 lange Löcher und 13 Anker

Inzwischen stehen die teuren Arbeiten an der über 200-jährigen Grabenmauer bereits kurz vor dem Abschluss. Mitte August haben sie begonnen. In dieser Zeit wurden 18 Meter lange Löcher in das Gemäuer gebohrt und die 13 Anker gesetzt. Da wegen des Baumes kein Kran zum Einsatz kommen konnten, wurden die nötigen Eisenstangen mithilfe eines Teleskopfahrzeugs über die Schlossmauer gehievt.

Bei sechs der Anker handelt es sich um permanente Messanker, mit denen die Kraftwirkungen auf die Mauer geprüft werden können. «In einem halben Jahr werden wir sehen, wie sich die Mauer verhält, und können allenfalls nachjustieren», sagt Stefan Christen.

Baum hat Wert von etwa 90'000 Franken – und hohen emotionalen

Für die Rettung eines Baumes handelt es sich bei den geschätzten 300'000 Franken um eine Menge Geld. Im nächsten Jahr steht ausserdem der Verputz der Mauer an, dessen Kosten nicht in dieser Summe enthalten sind. «Rein wirtschaftlich gesehen macht es keinen Sinn», so der Geschäftsführer der Stiftung. Der monetäre Wert des Baumes belaufe sich auf etwa 90'000 Franken. Die Mauer hätte allerdings so oder so gesichert werden müssen. Ausserdem hätte man die Platane nicht einfach fällen können, da das Wurzelwerk die Mauer zwar wegdrückt, sie gleichzeitig aber auch stützt.

Und: Der Baum habe auch einen hohen emotionalen Wert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Platane die Bohrarbeiten in ihrem Wurzelbereich übersteht. «Wir sind guten Mutes», so der Geschäftsführer. Er hofft, dass der alte Baum den Bewohnerinnen und Besuchern des Schlosses auch noch in vierzig Jahren Schatten spendet.

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