Aarau

230 Unterschriften gegen 5G-Antenne der Swisscom auf Zurlindeninsel

Hier will die Swisscom eine Antenne bauen: auf der Zurlindeninsel. (Archivbild)

Hier will die Swisscom eine Antenne bauen: auf der Zurlindeninsel. (Archivbild)

Nachdem sie schon gegen die Antenne der Sunrise am Aarmattweg Unterschriften gesammelt hatten, stellen sich die Bewohner von Scheibenschachen, Aarenau und Telli jetzt gegen die 5G-Antenne der Swisscom auf der Zurlindeninsel.

230 Unterschriften kamen gemäss Anwohner Patrik Widmer dagegen zusammen. 2008 bei der Antenne am Aarmattweg hatten sie 24 Unterschriften eingereicht, bei dessen Aufrüstung auf 5G letztes Jahr waren es 151. Gegen das aktuelle Baugesuch haben auch Bewohner der Altstadt und von Rombach unterschrieben. Mindestens zehn Personen gingen dafür von Tür zu Tür.

Anwohner, die sich für die Antenne ausgesprochen haben, habe es nur vereinzelte gegeben. «Die meisten sind skeptisch gegenüber den 5G-Antennen, weil nicht klar ist, warum diese aufgestellt werden», sagt Patrik Widmer und spricht von einem technologischen «Aufrüsten auf Vorrat». Es gehe darum, dass nicht gesagt werde, «was man damit eigentlich will».

Mit der Geschwindigkeit und den Datenmengen, die über das 5G-Netz übertragen werden, könnten einst etwa selbstfahrende Autos gesteuert werden. Das «Internet der Dinge», wie prophezeit wird. «Man sollte dies zuerst mit der Gesellschaft diskutieren, bevor man die Antennen aufstellt», sagt Patrik Widmer. «Dort liegt der Unmut der Leute, stelle ich fest.»

Geht es ihm nicht auch um den Standort? Gemäss Baugesuch hat die Swisscom alternative Plätze gesucht. Statt einem 20 Meter hohen Masten beim Axpo-Wasserkraftwerk wären Antennenmaste in den Wohnquartieren auf beiden Seiten der Aare in Frage gekommen. Diese Lösungen hätten aber einen zu heftigen Eingriff bedeutet. «Die Anlage wurde so geplant, dass sie sich ideal in die Umgebung eingliedert», schreibt die Swisscom. «Im näheren Umkreis befinden sich Stromleitungsmasten, die Mobilfunkanlage sticht nicht als Fremdkörper heraus.»

Für Patrik Widmer geht es aber nicht ums Aussehen. «Man weiss zu wenig darüber, wie die Strahlungen auf Menschen und Tiere wirken», sagt er zum Standort auf der Zurlindeninsel – teilweise ein Naturschutzgebiet. Zudem würden sich die Antennen der drei Mobilfunkanbieter immer mehr überschneiden. «Als Stadt müsste man einen Gesamtplan entwickeln», sagt er. Oder die Anbieter ihre Netze zusammenschliessen.

Verlängerung der Frist spielte ihnen in die Hände

Das Baugesuch für die Mobilfunkanlage wurde vor zwei Monaten eingereicht. Weil die Bauprofile aber zu spät aufgestellt wurden, wurde die Auflagefrist um einen Monat verlängert. Dies kam den Einsprechenden zugut: Sie wurden spät auf das Gesuch aufmerksam und begannen erst nach Weihnachten mit der Unterschriftensammlung. «Wir hätten sonst noch viele mehr», sagt Patrik Widmer. Die Frist verstrich am letzten Donnerstag, genau dann reichten sie ihre Beschwerde ein. Gemäss dem Stadtbauamt sind zwei weitere Beschwerden eingegangen.

2008 gingen die Anwohner gegen die Sunrise-Antenne bis vors Bundesgericht. Sie unterlagen, vermochten aber den Bau um fünf Jahre zu verzögern. (dvi)

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