Aussergewöhnliche Ereignisse erfordern rasches Handeln. Aus diesem Grund unterbreitet der Aarauer Stadtrat dem Einwohnerrat zusätzliche Nachtragskredite für das laufende Jahr in der Höhe von rund 1,5 Millionen.

Der ausserordentliche Aufwand betrifft unter anderem das Stadion Brügglifeld, das nach dem glorreichen Aufstieg des FC Aarau die ständig steigenden Ansprüche des Verbandes für die Super League erfüllen muss.

Verlangt werden vor allem Investitionen in die Sicherheit und in den TV-Bereich. Der Katalog reicht von neuen Drehkreuzen an den Eingängen bis zur Installation von Drehbanden. Die Kosten werden laut der stadträtlichen Botschaft auf maximal 200 000 Franken geschätzt.

Weil die Platzgenossenschaft Brügglifeld nicht über die notwendigen liquiden Mittel verfügt, will ihr die öffentliche Hand – wie bereits bei früheren Vorhaben – mit einem rückzahlbaren, aber nicht verzinslichen Darlehen in dieser Grössenordnung unter die Arme greifen.

Der Einwohnerrat wird bereits an seiner Sitzung am nächsten Montag darüber Punkt entscheiden, denn die Bauarbeiten sind angelaufen und müssen rechzeitig auf Saisonbeginn anfangs Juli abgeschlossen sein.

Umbau der alten Post drängt

Zeitlich eng wird es auch bei der Sanierung und beim Umbau der alten Postfiliale an der Metzgergasse 2.

Nachdem der Stadtrat beschlossen hat, die Räumlichkeiten im Parterre dem Verkehrsbüro aarau info ab Juni 2014 zu vermieten, müssen die entsprechenden Arbeiten bis zu diesem Zeitpunkt beendet werden.

Die Behörde verzichtet auf eine Renovation der gesamten Liegenschaft und will die Investitionen auf das «Naheliegendste» beschränken, also auf die bestehenden Wohnungen und auf die Neugestaltung des Erdgeschosses.

Zu rechnen ist mit Kosten von 1,1 Millionen Franken, von denen 400 000 Franken bereits mit dem Budget für das laufende Jahr bewilligt worden sind.

Über die Freigabe der fehlenden 700 000 Franken hat ebenfalls das Stadtparlament im Rahmen der Nachtragskredite zu befinden.

Siloanlage von Fäulnis befallen

Nicht genug damit: Auch die Siloanlage auf dem Areal des städtischen Werkhofes muss dringend ersetzt werden, sie leidet im Unterbau unter «Fäulnisbefall im fortgeschrittenen Stadium», wie es in der Vorlage heisst, und steht aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Verfügung.

Der Ersatz müsse, so der Stadtrat, «noch in diesem Sommer erfolgen», was nicht budgetierte Sofortinvestitionen von 363 000 Franken auslöse. Weitere 200 000 Franken beantragt die Behörde schliesslich für das Projekt «Binzenhofbach Versickerung».

Lediglich um zusätzliche 50 000 Franken geht es in der Laufenden Rechnung 2013 der Einwohnergemeinde.

Das Geld soll dem OK für das Eidgenössischen Volksmusikfest, das vom 11. bis 13. September 2015 in Aarau stattfinden wird, als «Anfangsliquidität» dienen.

Weitere 100 000 Franken für die Durchführung dieses nationalen Anlasses betreffen die Verrechnung von städtischen Leistungen für die Infrastruktur; sie sollen im ordentlichen Budget 2015 eingesetzt werden.

Weil die Vergabe des Festes nach Aarau erst im vergangenen April erfolgte, muss das Stadtparlament über den Barbetrag von 50 000 Franken als «Starthilfe» im Rahmen der Nachtragskredite beschliessen.