Küttigen-Rombach

200 Meter zur nächsten Mobilfunkanlage sind zu wenig

Die Mobilfunkantenne ist auf dem Dach des Hotels vorgesehen. Kel

Die Mobilfunkantenne ist auf dem Dach des Hotels vorgesehen. Kel

Die Orange Communications AG plant eine Antenne auf dem Hotel Basilea in Küttigen-Rombach. Da die Antenne nur 200 Meter neben einer geplanten Antenne auf Aarauer Gebiet gebaut werden soll, stösst sie auf Widerstand.

Erneut sorgt ein Gesuch für eine Mobilfunkanlage nördlich der Aare für Aufregung. Die Orange Communications AG hat ein Baubegehren für eine solche Antenne samt technischer Ausrüstung auf dem Dach des Hotels Basilea an der Bibersteinerstrasse 4 eingereicht. Die Pläne liegen noch bis zum 14. Februar im Gemeindehaus Küttigen öffentlich auf. Bisher sind bereits einige Einsprachen eingegangen, doch dürften es vor allem aus dem nahen Aarauer Scheibenschachen noch mehr werden.

Besonders störend ist die Tatsache, dass die geplante Mobilfunkanlage von Orange nur gerade 200 Meter vom Projekt einer weiteren Antenne am Aarmattweg 7 auf Aarauer Stadtgebiet entfernt ist. Das Bewilligungsverfahren dieses Vorhabens, das die Firma Sunrise anstrengt, ist seit Jahren hängig und liegt seit dem vergangenen Juni beim aargauischen Verwaltungsgericht. Federführend ist in diesem Fall der Verein Omega-Scheibenschachen, der erbitterten Widerstand leistet und jetzt via Internet auch zum Kampf gegen die Mobilfunkanlage an der Bibersteinerstrasse in Rombach aufruft.

Berechtigt für eine Einsprache sind alle Anwohner und Hauseigentümer im Umkreis von 481 Metern ab Standort Hotel Basilea, das heisst nicht nur im Küttiger Dorfteil Rombach, sondern praktisch auch im gesamten Aarauer Scheibenschachenquartier.

Konzentration vermeiden

Bereits auf der Gemeindekanzlei Küttigen eingetroffen ist der Antrag von Armand F. Dinkel, das Baugesuch der Firma Orange «ersatzlos abzulehnen». Gemäss dem Besitzer von drei Liegenschaften an der Gysulastrasse ist die «Grundversorgung in der Telekommunikation im Raum Aarau mit den bereits bestehenden Mobilfunkanlagen gesichert».

Dinkel beruft sich in der Begründung seiner Einsprache auch auf das Bundesamt für Umwelt, das festhält, dass «aufgrund der Strahlung im Siedlungsgebiet eine Konzentration von Sendeanlagen vermieden werden soll».

Auch im Kanton Aargau existieren mindestens Empfehlungen, die Standorte von Mobilfunkantennen zu «koordinieren» und Wohnquartiere wenn möglich zu verschonen. Wissenschaftlich nach wie vor umstritten sind allerdings die Auswirkungen hochfrequenter Strahlungen auf den Menschen. Ganz zu schweigen vom ewigen Widerspruch, dass zwar fast jedermann ein Handy hat und braucht, aber kaum jemand die nötigen Funkanlagen in der Nähe toleriert.

Kritik an der Publikation

Zu den Gepflogenheiten bei Einsprachen gehört im Fall von Küttigen-Rombach auch die Kritik, dass das Bauvorhaben «in diesem äusserst sensiblen Bereich» nur ein einziges Mal (im Küttiger Anzeiger vom 13. Januar) publiziert worden sei. Nicht zufrieden ist Einsprecher Dinkel auch mit der Profilierung auf dem Dach des Hotels Basilea, die er als «mangelhaft» einschätzt.

Der Ball liegt nach Ablauf der Frist in erster Instanz beim Gemeinderat Küttigen. Im Fall des Projektes Aarmattweg 7 hat der Aarauer Stadtrat zwei Mal die Baubewilligung verweigert, Sunrise hat den Rechtsstreit an den Regierungsrat weitergezogen, der den entsprechenden Rekurs gutgeheissen hat. Jetzt wartet man gespannt auf den Spruch des Verwaltungsgerichtes in gleicher Angelegenheit.

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