Beim Bahnübergang an der Hinteren Bahnhofstrasse in Aarau fährt die Wynental- und Suhrentalbahn kaum schneller als 20 km/h. Ein 40 Meter langer Pendelzug ist jedoch 60 Tonnen schwer und hat – trotz modernster Magnetschienenbremse – im Notfall einen viel längeren Bremsweg als ein Auto.

Wie lang genau, das ist die Wettbewerbsfrage eines laufenden Wettbewerbs, den AAR bus+bahn soeben lanciert hat.

Prävention am Bahnübergang

Der Wettbewerb wiederum ist Teil einer Präventionskampagne, welche die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) zusammen mit der Stadtpolizei Aarau durchführt.

Die erste Aktion lief am Dienstag am eingangs erwähnten Übergang: «Wegen der Sperrung des südlichen Bahnhofzugangs kommen die Pendler in Spitzenzeiten hier von drei Seiten auf den Übergang zu.

Er ist zwar mit Rotlicht und Schranken gesichert, erweist sich jedoch immer wieder als sehr gefährlich», erklärte AAR-bus+bahn-Direktor Mathias Grünenfelder.

Schwere Unfälle hat es hier zwar bisher nicht gegeben. Fast täglich müssten Lokführer hier aber Signale geben, die Geschwindigkeit verlangsamen oder sogar ganz abbremsen, weil Fussgänger in letzter Sekunde die Barrieren umgehen und auf das Gleis treten würden.

In den Stosszeiten wurde Passantinnen und Passanten eine kleine Süssigkeit überreicht, zusammen mit einem Flyer, der gleichzeitig Wettbewerbstalon ist.

Gefahren bewusst machen

Auf dem Flyer werden die wichtigsten Verhaltensregeln in Erinnerung gerufen: «Es geht darum, den Leuten die Gefahren bewusst zu machen. Wir haben heute Morgen im Pendlerverkehr haarsträubende Szenen gesehen, aber niemanden gebüsst», erklärte Stefan Rosenberg, Leiter Aussendienst der Stadtpolizei.

Die WSB lässt es nicht bei den Aktionen bewenden, die nach den Sommerferien auf die kritischen Übergänge in den Tälern ausgeweitet werden sollen.

«Wir investieren», erklärte Grünenfelder, «laufend in die Sicherheit der Bahnanlagen. Auch dort, wo bereits Lichtsignal- oder Warnblinkanlagen vorhanden sind.» Ziel sei es, bis Ende 2014 alle Übergänge auf den Sicherheitsstandard gebracht zu haben, den die Signalisationsverordnung fordere.

Damit, bedauerte Grünenfelder, liessen sich Unfälle leider nicht vermeiden. Im Schnitt müssten pro Monat rund zwei verzeichnet werden, im Jahr somit 20 bis 30. Zum Glück nicht immer mit schweren Folgen.

«Meistens beruhen diese auf Unaufmerksamkeit der Autofahrer oder der Fussgänger», sagte er. So sei auch eine Barriere zum Beispiel noch lange kein Sicherheitsgarant: «Jeden Monat wird auf unserem Netz eine solche kaputtgefahren.»