Im März 2007 sprach der Einwohnerrat zwei Millionen Franken, um die Halle im Bahnhof künftig nutzen zu können.

Denn die SBB war nur bereit auf den Einbau von noch mehr Ladenfläche zu verzichten, wenn die Stadt zusätzliches Geld sprechen würde.

1,59 Millionen zahlte die Stadt ohnehin an den Bahnhof. Einzeln unterstanden die Kredite von total 3,59 Millionen Franken nicht dem obligatorischen Referendum für eine Volksabstimmung.

Für die zwei zusätzlichen Millionen erhielt die Stadt im Gegenzug das Recht, den öffentlichen Bereich im Bahnhof nutzen zu können.

Und zwar während 40 Jahren an 14 Halbtagen pro Jahr. Die Veranstaltungen dürfen nicht parteipolitisch (Wahlveranstaltung) und nicht kommerziell sein.

Pro Jahr nur drei Nutzungen

Nun zeigt sich: Die Halle wird nicht oft genutzt. Seit der Einweihung vor drei Jahren fanden nur neun Veranstaltungen statt. Darunter ein Neujahrsanlass der Stadt, Präventionskampagnen gegen Alkohol, ein Chor-Auftritt und eine Ausstellung über Nanotechnologie.

Dies gab Stadtrat Carlo Mettauer an der Einwohnerratssitzung vom Montag bekannt. Heinz Suter, SVP-Einwohnerrat, hatte eine entsprechende Anfrage gestellt.

Mettauer sagte, die Stadt habe im Frühling 2013 aarau info, den Verein Aarau Standortmarketing, den Gewerbeverband und den Verein MAG noch einmal explizit auf die Möglichkeit zur Nutzung der Bahnhofhalle hingewiesen. Im Jahr 2015 könnten in der Halle die ankommenden Gäste das Eidgenössischen Volksmusikfestes in Aarau informiert werden.

Es war ein Anschub für den Bahnhof

Ob der Betrag fürs Nutzungsrecht allerdings in einer angemessenen Relation zur Nutzung stehe, könne nicht nachgewiesen werden. «Es ging darum, dem Bahnhof einen ‹Realisierungsschub› zu geben», so Mettauer. «Dass der Gegenwert nicht wertgleich sein dürfte, war schon damals klar.»