Aarau
153 Einsprachen gegen Umzonung: dicke Post vom Hungerberg

Das war absehbar: Vom Hungerberg herab hagelt es Einwendungen gegen die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Dahinter steckt die Interessengemeinschaft (IG) Alte Badi. Sie wehrt sich seit Jahren gegen die Grossüberbauung auf dem Areal der IBAarau zwischen Erlinsbacherstrasse und Kanal.

Ueli Wild
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Links des Damms soll der 500 Meter lange Gebäuderiegel zu liegen kommen, rechts der Kanal mit EW, ganz rechts folgt das Inseli.

Links des Damms soll der 500 Meter lange Gebäuderiegel zu liegen kommen, rechts der Kanal mit EW, ganz rechts folgt das Inseli.

Ueli Wild

Schon 2013 trug die Bürgerinitiative 300 Unterschriften gegen die geplante Umzonung in die Zone Arbeiten und Wohnen dreigeschossig (AW3) zusammen. Diese Zonierung ermöglicht der IBAarau dank Pflichtgestaltungsplan die Errichtung eines gar viergeschossigen, 500 Meter langen, bis zu 17 Meter hohen Gebäuderiegels.

Am Montag ist die Auflagefrist für die Revision der allgemeinen Nutzungsplanung abgelaufen. Bis dahin haben 153 Einwohnerinnen und Einwohner die Einwendung der IG Alte Badi bei der Stadtkanzlei deponiert. Das weiss der Anwalt Urs Hochstrasser, bei dem die Fäden der IG zusammenlaufen. Alle Personen, welche die Einwendung unterzeichnet haben, wohnen am Hungerberg und sind von der Zonierung im Raum Erlinsbacherstrasse/Aareinseli direkt betroffen.

Die Einwender fordern, dass der östliche Teil der Parzelle in der Wohnzone zweigeschossig belassen wird. Gestaltungsplanung und Arealüberbauung seien auszuschliessen. Der westlich der heutigen Autogaragen gelegene Teil der Parzelle (Landwirtschaftsfläche, Kinderspielplatz) sei der Zone Freiraum zuzuweisen. Südlich der Parzelle, dem Ufer entlang, sei ein Streifen von mindestens 20 Metern Breite der Zone Freiraum zuzuweisen. Entlang Kanal und Aare sei der Gewässerraum auszuscheiden. Das Inseli zwischen Aare und Kanal sei der Zone Freiraum zuzuordnen. Im Einwendungsverfahren wurde es neu der Energiezone zugeteilt. Sprich: Zuvor, im Mitwirkungsverfahren, hatte man zu dieser Umzonung gar nicht Stellung nehmen können.

Nach Auffassung der IG ist dies nachzuholen und das Einwendeverfahren zu sistieren.
Im Planungsbericht werden zwei Gründe für die neue Zone AW3 aufgeführt: das Bevölkerungswachstum und das Ziel, den Stadteingang «baulich zu fassen». Die Stadt, schreibt dazu die IG Alte Badi, werde anderswo verdichtet. Die Umzonung in AW3 würde aber zu einer Verschlechterung der Wohnlagen am Hungerberg und damit zu einem Wertverlust der Liegenschaften führen. Die Notwendigkeit eines «Eingangstors West» sei aus städtebaulicher Sicht nicht nachvollziehbar. Ein Bedürfnis bestehe hingegen nach unverbauten Uferzonen und Erholungsräumen am Wasser, so etwa für eine Flussbadi.