Die Stadt Aarau lässt die Schiessanlage Schachen – insbesondere die Kugelfänge – sanieren. Anfang 2017 hat der Einwohnerrat dafür einen Kredit von 2,1 Mio. Franken genehmigt. Das entsprechende Baugesuch liegt jetzt im Stadtbüro auf. Es handelt sich um stillgelegte 300-m- und 400-m-Schiessanlagen. Die Kugelfänge befinden sich südlich der Pferderennbahn und westlich der Reithalle. Das Gesuch umfasst auch den alten «Chugelefänger», der nordwestlich des Fahrenden-Standplatzes liegt und auf den bereits ab 1817 geschossen wurden.

Im vorletzten und letzten Jahrhundert wurde der Schachen als Schiess- und Militärübungsplatz genutzt. Wie aus dem Baugesuch hervorgeht, wurden beispielsweise auf der 300-m-Schiessanlage (in Betrieb von 1916 bis 1994) pro Jahr durchschnittlich zwischen 81'000 (frühere Jahre) und 154'000 Schuss abgegeben. Dies durch Militär, Polizeiorgane, Schiessvereine oder Teilnehmer des «Obligatorischen». Ab 1994 wurde auf der Anlage nicht mehr geschossen.

Hohe Blei-Konzentration

Doch im Erdreich sind die Spuren noch vorhanden. Der Kanton beurteilt den Bereich als «belasteter Standort» und sieht eine Gefährdung für das Grundwasser sowie den Roggenhuserbach, weil im Boden hohe Konzentrationen an Blei (Hauptbestandteil der meist verwendeten Munition) und Antimon gemessen wurden. «Insgesamt wird mit einem Schadstoffpotenzial von rund 108 Tonnen Blei und 2,1 Tonnen Antimon im Erdreich gerechnet», heisst es in einem Dokument des Kantons, das dem Baugesuch beiliegt.

Das belastete Erdreich soll nun ausgehoben und umweltgerecht entsorgt werden. Im Baugesuch ist von rund 4500 Kubikmeter die Rede. Was an Beton- und Holzkonstruktionen vom Scheibenstand noch vorhanden ist, wird rückgebaut. Teilweise sind Rodungsarbeiten nötig. Und am Ende wird alles rekultiviert.

Das Land gehört der Ortsbürger- gemeinde sowie dem Kanton Aargau. Zahlen müssen die Verursacher der Bodenverunreinigung. Vorfinanziert werden die Sanierungsmassnahmen durch die Stadt Aarau. Die Kosten belaufen sich laut Baugesuch auf 1,89 Mio. Franken. Daran beteiligen sich sowohl der Bund als auch der Kanton. Auf die Stadt entfallen letztlich rund 435'000 Franken. Hinzu kommen Kosten für Rekultivierung und Folgenutzung des Sanierungsperimeters, die von der Stadt und der Ortsbürgergemeinde übernommen werden.