Kinderlärm – oder zumindest der Lärm, der auf dem Gelände der Primarschule verursacht wird – bewegt die Gemüter in der Telli. Nachdem bei der Stadt über Jahre immer wieder Reklamationen von einzelnen Anwohnern eingegangen waren, wurden in den letzten Monaten Massnahmen umgesetzt. Unter anderem dürfen die Goals nach Unterrichtsende nicht mehr benutzt werden. Das hat den Quartierverein und das Elternteam der Primarschule auf den Platz gerufen: Gemeinsam fordern sie in einer Petition nicht nur, dass eine Lösung gefunden wird, die die Bedürfnisse der Kinder mehr berücksichtigt, sondern auch, dass auch ein Freiraumkonzept erstellt wird. Sie fordern die Stadt auf, «den Stellenwert von Spiel- und Freiräumen für Kinder und Jugendliche grundsätzlich zu überdenken und die Qualität der Pausenplätze zu überprüfen».

«Freuen uns über Diskussion»

Die Petition ist mittlerweile abgeschlossen. Am Mittwoch wurden die insgesamt 1030 Unterschriften an Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Stadtschreiber Daniel Roth übergeben. Die Petitionäre zeigten sich sehr erfreut über den Erfolg und die grosse Resonanz: Die Online-Petition auf www.petitio.ch wurde von 662 Personen unterzeichnet. Die weiteren Unterschriften sammelten die Petitionäre analog, etwa am Telli-Flohmarkt oder durch eine Beilage in der «Tellipost». «Uns freut besonders, dass die Petition eine Diskussion ausgelöst hat», sagt Silvie Theus. «Und zwar in der Politik, auf der Strasse sowie in den sozialen Medien.»

Um diesen Spielplatz geht es: Hansueli Trüb und Silvie Theus mit Selina (8) wollen nicht, dass die Kinder aus dem öffentlichen Raum vertrieben werden. Auf dem Bild sind die angeketteten Fussballtore (links) und das störende Lärmschutznetz zu sehen.

Um diesen Spielplatz geht es: Hansueli Trüb und Silvie Theus mit Selina (8) wollen nicht, dass die Kinder aus dem öffentlichen Raum vertrieben werden. Auf dem Bild sind die angeketteten Fussballtore (links) und das störende Lärmschutznetz zu sehen.

Sie betonte auch, dass sich nun einige Bewohner des «Aaredörfli» neben dem Schulhaus gemeldet hätten, die im Gegensatz zu den Beschwerdeführern kein Problem erkennen können. «Auch haben die Beschwerdeführer im Lauf der Diskussion selber gesagt, dass nicht die spielenden Kinder das Problem seien, sondern die jungen Erwachsenen, die am späteren Abend noch auf dem Platz sind.» Man sei nun «gespannt, wie die Stadt den Ball, den wir ihr zupassen, aufnehmen wird».

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker gab zu verstehen, dass der Stadtrat die Petition begrüsse: «Bislang hatten wir nur die Aussagen der Beschwerdeführer, konnten also immer nur eine Seite hören.» Er betonte, es sei dem Stadtrat ein Anliegen, dass die Spielplätze auch wirklich öffentlich seien und in der Regel von 7 bis 22 Uhr genutzt werden können.

Und er sagte auch, dass die Stadtpolizei, wenn sie in die Telli ausgerückt war, nie eine unerlaubte Nutzung des Schulplatzes festgestellt habe. «Es dürfen dort übrigens auch ältere Jugendliche sein, nicht nur Kinder.» Man werde nun eine Lösung suchen, die für alle verträglich sei. Wahrscheinlich mithilfe einer Arbeitsgruppe.