Unterentfelden/Muhen
100 Plätze für Asylbewerber im «Rössli» und im «Waldeck»

In den beiden Gasthöfen Suhrentaler Gasthöfen «Rössli» und «Waldeck» sollen möglichst rasch kantonale Asylunrerkünfte entstehen.

Urs Helbling
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Das «Rössli» in Unterentfelden.

Das «Rössli» in Unterentfelden.

Urs Helbling

«Die beiden Liegenschaften ‹Waldeck› und ‹Rössli› würden sehr zur Entspannung der aktuellen Unterbringungslage beitragen», erklärt Daniela Diener, Sprecherin des Departements von Susanne Hochuli. «Denn Anfang 2017 fallen rund 500 Betten weg.» Etwa weil die unterirdische Unterkunft (Gops) beim Spital Baden oder das alte Pflegezentrum des Spitals Zofingen nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Ebenfalls geschlossen und saniert wird die unterirdische Anlage in der ehemaligen militärischen Kommandozentrale beim Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen.

In den Fällen Muhen und Unterentfelden ist die Ausgangslage aus Sicht des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) die gleiche: Die «Waldeck» und das «Rössli» wurden ihm von den Liegenschaftsbesitzern angeboten.

60 Männer nach Muhen?

Ähnlich ist auch der Informationsfluss. Er verlief nicht so, wie sich das das Departement Hochuli eigentlich vorstellen würde: Sowohl in Unterentfelden als auch in Muhen sind Gerüchte über die Asylunterkünfte an den jeweiligen Gemeinderat herangetragen worden. Die Räte wurden in Aarau vorstellig und man bestätigte ihnen dort, was Sache ist.

Im Fall des «Rössli» besteht der Kontakt mit dem DGS bereits etwas länger. Im Fall der «Waldeck» ist er relativ neu. In Muhen hat der Gemeinderat die Bevölkerung am letzten Freitag an der Gemeindeversammlung über die Absichten des Kantons kurz orientiert. Die Rede war von 60 Männern aus verschiedenen Ländern, die in der «Waldeck» untergebracht werden sollen (gestern in der az).

Laut DGS-Sprecherin Daniela Diener ist die Planung allerdings noch nicht so weit fortgeschritten. Der Kanton ist immer noch daran, die Möglichkeiten der Liegenschaft zu eruieren: «Die Unterkunft wird jetzt genauer analysiert», sagt Daniela Diener. «Es ist noch nicht klar, welche Asylbewerber in der ‹Waldeck› untergebracht werden. Darum kann man auch noch nicht sagen, dass es ausschliesslich Männer sein werden.» Je nach Nutzung könnten aber bis zu 60 Personen ein Obdach finden.

Muhen tut sich schwer mit dem kantonalen Projekt: «Der Gemeinderat signalisierte, dass er nicht glücklich ist über die vom DGS angestrebte Lösung. Ein weiteres Gespräch mit dem Gemeinderat Muhen ist geplant. Das DGS versucht, soweit möglich, mit der Gemeinde eine gute Lösung zu finden», erklärt Daniela Diener.

Im «Rössli» können je nach Belegung etwas mehr Asylbewerber einquartiert werden als in der «Waldeck». Die Verhältnisse scheinen auch besser für eine Teilbelegung mit Familien geeignet zu sein. «Mit dem Gemeinderat Unterentfelden gab es ein sehr konstruktives Gespräch», sagt Daniela Diener.

Noch keine Mietverträge

Das DGS geht davon aus, dass es sowohl für die die kantonale Asylunterkunft in der «Waldeck» als auch im «Rössli» keine Baubewilligung brauchen wird.

Wann werden die zwei Asylunterkünfte in Betrieb genommen? «Das hängt einerseits davon ab, wann die offenen Fragen, auch finanzrechtlich, seitens Kanton geklärt sind. Und andererseits davon, wann die Mietverträge zustandekommen», sagt Daniela Diener. Die Gespräche mit den Gebäudebesitzern laufen. Noch sind keine Mietverträge unterschrieben.

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