Aarai

100 Jahre Personalverband: «Endlich einmal wieder mehr Reallohn»

© Urs Helbling

Hans Umbricht (61) arbeitet seit dem März 1981 bei der Stadtpolizei. Seit drei Jahrzehnten ist er Mitglied des Personalverbandes der Stadt Aarau (PVA), seit vier Jahren dessen Präsident. In dieser Funktion hatte er gestern einen wichtigen Tag. Der Verband feierte mit gegen 100 Gästen sein 100-jähriges Bestehen. Und er schenkte der Stadt aus diesem Anlass eine Linde, eine Sommerlinde. Gepflanzt in unmittelbarer Nachbarschaft des eben erweiterten Kindergartens Binzenhof.

PVA-Präsident Umbricht ist kein Scharfmacher. Er will sich nicht über die Stadt als Arbeitgeberin beklagen. Aber: «Wir finden, es wäre an der Zeit, dass es mal wieder eine Reallohnerhöhung gäbe.» Seit 1991 sei dies nicht mehr der Fall gewesen. Auch beim Personalregelement, über das der Einwohnerrat am kommenden Montag befinden werde, habe man die Lohnbänder belassen. Immerhin: Die Teuerung ist immer ausgeglichen, die Negativteuerung nie in Form von Lohnabbau weitergegeben worden.

Mehr Mitglieder als auch schon

Für Umbricht ist klar: «Ein Verband kann mehr ausrichten als ein Einzelkämpfer.» Dem PVA gehören aktuell 170 Angestellte an (sie bezahlen einen Jahresbeitrag von 40 Franken). Es waren schon mehr (220), aber auch schon weniger (140) Mitglieder. Beim PVA ist nur dabei, wer mindestens zu 80 Prozent bei der Stadt angestellt ist. Bis vor zwei Jahren gehörte auch die IBA (heute Eniwa) dazu. Was unterscheidet den PVA vom VPOD? «Sie sind eine Gewerkschaft, wir sind ein Verband.» Und was ist die grösste Herausforderung für den PVA? Der Generationenwechsel im Vorstand. «Seit vier Jahren wird der PVA vom Stadtbauamt und von der Stadtpolizei geführt», erklärt Umbricht.

Was sind die grössten Erfolge des Verbandes? In jüngster Zeit der Kampf gegen den vom Einwohnerrat gewollten Ausstieg aus der Pensionskasse der Stadt Aarau und gegen die Privatisierung der städtischen Alterheime. Beides konnte verhindert werden. Und jetzt hat sich der PVA bei der Revision des Personalreglements eingebracht. Diverse Passagen des stadträtlichen Entwurfs hätten «einfach nicht dem Gesetz entsprochen», so Umbricht.

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