Aarau

100 Jahre Orchesterverband: «Mehr Musik wäre sehr gut für die Welt»

Die Mitglieder des Aarauer Studentenorchesters Astor vor dem Auftritt am Samstagabend.

Die Mitglieder des Aarauer Studentenorchesters Astor vor dem Auftritt am Samstagabend.

Der Eidgenössische Orchesterverband mit 6000 Mitgliedern feierte sein 100-jähriges Bestehen mit einem Fest. 24 Orchester gaben am Samstag ein grosses Geburtstagsständchen.

Samstagabend, 20 Uhr: Die Mitglieder des Aarauer Studentenorchesters Astor warten im Gang hinter dem grossen Saal des Kultur- und Kongresshauses (KuK) in Aarau auf ihren Auftritt. Sie gehören einem von 24 Orchestern an, die am Wochenende am Orchesterfest in Aarau teilnahmen. An einer Veranstaltung, an welcher der Eidgenössische Orchesterverband sein 100-jähriges Bestehen feierte. Ein Verband, in dem 6000 Musizierende organisiert sind. «Ich bin absolut überwältigt, von dem, was ich heute alles gehört habe», erklärte Verbandspräsident Johannes Reinhard am Festakt.

Rosmarie Quadranti, Nationalrätin (BDP; ZH) und neue Präsidentin des Schweizer Musikrats, gab noch einen drauf: «Was die Aarauer am Orchesterfest zu hören bekamen, war schlichtweg grandios:» Und sie wurde in ihrer Ansprache leicht philosophisch: «Mehr Musik wäre wahrscheinlich sehr gut für diese Welt.»

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker wies darauf hin, dass die Pflege der Amateur-Orchestermusik besonders wichtig sei. Unmittelbar nach dem Studentenorchester Astor hatt der Orchesterverein Aarau am Eidgenössichen seinen grossen Auftritt.

«Heute die Hauptstadt»

Die Hauptansprache hielt die oberste Kulturbeamtin der Schweiz, Isabelle Chassot. Die ehemalige Freiburger Staatsrätin betonte: «Der Eidgenössische Orchesterverband leistet mit seinem grossen Engagement einen massgeblichen Beitrag, einer breiten Bevölkerungsschicht die Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen.» Wie vor 100 Jahren gelte auch heute noch uneingeschränkt: «Wer ein Instrument spielen lernt, ist für sein Leben beschenkt», so Chassot. «Bei einem Verband, in dem jedes fünfte Mitglied ein Jugendorchester ist, braucht man sich um die Zukunft des Laienmusizierens wahrlich keine grossen Sorgen zu machen.»

Für Isabelle Chassot ist klar: «Das aktive Musizieren ermöglicht intensive Erlebnisse und fördert die kreativen, emotionalen, intellektuellen und sozialen Kompetenzen junger – und auch weniger junger – Menschen.» Davon profitiere die Gesellschaft als Ganzes. «Besonders in einem Land wie der Schweiz, das durch eine Vielzahl, eine Vielfalt an Unterschieden geprägt ist», betonte Chassot. Die Direktorin des Bundesamtes für Kultur sagte, Aarau sei für einen Tag die Orchesterhauptstadt. Mehr noch: «Aarau ist heute die Hauptstadt der Schweiz. Wer diese Aussage als grossspurig bezeichnen will, verkennt die Bedeutung, die der Musik in unserem Land zukommt.»

Verwandtes Thema:

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

Meistgesehen

Artboard 1