Kommentar

Aarau wird etwas mehr Zofingen

Urs Helbling
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Es stimmt: Schon bisher wohnten neun der 15 Grossräte des Bezirks Zofingen in der Stadt. Und es stimmt, dass schon bisher zwei der sieben Stadträte auch dem Kantonsparlament angehörten. Neu sind es aber drei. Und mit Stefan Giezendanner und Tobias Hottiger sind zwei markante Einwohnerratspersönlichkeiten aus der Thut-Stadt dazugekommen. In diesem Sinn wird die Kantonshauptstadt, der Grosse Rat, in den kommenden vier Jahren etwas mehr Zofingen.

Mit der Ablösung von Herbert H. Scholl geht in der Zofinger Deputation eine Ära, eine der längsten in der Geschichte des Kantons, zu Ende. Scholl war zu seinen Glanzzeiten eine der wichtigsten Figuren in der kantonalen Politik. Ob es seinem Nachfolger gelingen wird, in seine Fusstapfen zu treten? Zeit, sich zu profilieren, hat der 36-Jährige. Profilieren müssten er und seine Parteikollegen sich auch als Langzeitwahlkämpfer: Denn nur mit einem auf lange Frist angelegten Einsatz wird es den Freisinnigen gelingen, dereinst den dritten Sitz doch noch zu machen. Man kann nicht ewig davon reden, ohne es je zu schaffen.

Dass es die EDU schaffte, ihren Sitz nach dem Rücktritt von Martin Lech (68) zu verteidigen, grenzt an ein kleines Wunder. Statt 15 hatte sie nur sieben Kandidaten auf der Liste. Und gewählt wurde nicht die Spitzenkandidatin, sondern der Mann auf dem dritten Listenplatz. Wieder ein Rothrister. Faktisch ist der Sitz des 48-jährigen Martin Bossert der SVP zuzurechnen. Man wird sehen, wie er sich in Fragen wie den Coronamassnahmen positionieren wird.

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