Damit haben die Organisatorinnen nicht gerechnet: 60 Schüler und Schülerinnen wollen nach den Sportferien auch in der Freizeit besser lesen lernen. Das Projekt «Lesementoring für Kinder und Jugendliche in Suhr» ist kurz vor dem Start. Damit soll die Lust und Freude am Lesen gefördert werden. Die Initiantinnen Beate Krützer und Kristina Terbrüggen beschreiben ihr Projekt so: «Schulkinder sollen mithilfe von Mentoren erfahren, dass Lesen und generell Sprache Spass machen kann.» Ein solches Projekt gibt es in der Schweiz erst in Basel in ähnlicher Form.

Alle Kinder sind willkommen

Beate Krützer arbeitet bei AkzentaNova – die Projektwerkstatt für Menschen mit Erfahrung und hat das Konzept des Lesementorings aus Deutschland. Als sie Kristina Terbrüggen von der Geschäftsstelle Netzwerk 50+ von der Idee erzählte, war diese überzeugt, dass ein solches Projekt auf offene Ohren stossen würde. Krützer findet: «Lesen ist Schoggi fürs Gehirn.» Vor allem leseschwachen Kindern soll geholfen werden. Aber grundsätzlich seien alle willkommen. Bis jetzt werden nur Schüler der Primarschule angesprochen, später soll es auch ein Angebot für Jugendliche geben.

Lesen ohne Druck und Bewertung

Einer der wichtigsten Punkte für Krützer und Terbrüggen ist, dass die Kinder ohne Druck lesen können. «Wir arbeiten mit den Schulen zusammen, um die Lehrer und die Eltern zu informieren, aber es ist kein Schulprojekt», betont Terbrüggen. Damit die Kinder nicht auch noch in der Freizeit in der Schule sitzen müssen, findet das Lesen bewusst an anderen Orten statt. So in der Bibliothek oder im Museum.

Um das Projekt umzusetzen, wurden freiwillige Lesementoren gesucht. Vor allem Pensionierte haben sich gemeldet. Terbrüggen erklärt: «Die Mentoren müssen einen dreitägigen Weiterbildungskurs absolvieren und erhalten Anregungen, wie sie die Stunden gestalten könnten. Die Ausführung ist dann aber ihnen überlassen.» So müsse nicht immer ein Buch gelesen werden, es können auch Zeitschriften oder anderes sein.

Wichtige Testphase

Nach den Sportferien beginnt die Testphase. Elf Mentoren haben die Weiterbildung absolviert und werden 18 Kindern ein halbes Jahr beim Lesen zur Seite stehen. Da das Projekt auf eine derart grosse Nachfrage stiess, wird im Mai ein nächster Mentoringkurs durchgeführt. «Wir führen das Programm nach den Sommerferien weiter. Dafür suchen wir weitere freiwillige Mentoren», erklärt Krützer. Auch von der Gemeinde gibt es Unterstützung: «Es ist ein gutes Projekt, das die Integration fördert», betont Gemeinderat Stephan Campi.

Weitere Informationen bei:
kristina.terbrueggen@suhr.ch