Hochwasserschutz

17 Prozent der Bauzonen im Kanton Aargau sind hochwassergefährdet

Beim Hochwasser vom August 2005 zerstörte die Reuss viel Kulturland. Toni Widmer

Beim Hochwasser vom August 2005 zerstörte die Reuss viel Kulturland (Foto: Toni Widmer)

Beim Hochwasser vom August 2005 zerstörte die Reuss viel Kulturland. Toni Widmer

Der Wasserkanton Aargau hat die vom Bund geforderte «Gefahrenkarte Hochwasser» vorgelegt. Rund 17 Prozent der Bauzonen sind im Aargau potenziell hochwassergefährdet. Bei der Hälfte der Fläche muss der Hochwasserschutz verbessert werden.

Drei Viertel der gefährdeten Flächen würden bei einem 100-jährlichen Hochwasser um bis zu 25 Zentimeter überflutet. Das geht aus der am Donnerstag in Aarau präsentierten «Gefahrenkarte Hochwasser» hervor.

Im Aargau zählten Hochwasser zu den am häufigsten auftretenden Naturgefahren, heisst es im Bericht weiter. Die Ereignisse würden in Zukunft wegen der Klimaveränderung «häufiger und heftiger auftreten».

Grosse Überschwemmungen gab es zuletzt in den Jahren 2005 und 2007. Rund 70 Prozent des gesamten Schweizer Wassers fliesst über die Flüsse Aare, Reuss und Limmat sowie Rhein durch den Aargau.

Schutzbauten für 172 Millionen Franken

Der Kanton will die Defizite beim Hochwasserschutz mittel- und langristig reduzieren, wie Regierungsrat Peter C. Beyeler festhielt. Dazu gehören Schutz- und Abwehrbauten wie Rückhaltebecken oder breitere Flussläufe. Der Kanton rechnet insgesamt mit Kosten von 172 Millionen Franken.

Auch der Schutz an den Gebäuden, die bereits in einer Gefahrenzone stehen, soll verbessert werden. Die Gefahrenkarte ist für den Kanton, Gemeinden und Grundeigentümer verbindlich. Im Grundsatz will der Kanton, dass die Gemeinden die nun definierten Gefahrenflächen nicht als Bauland einzonen.

Die Arbeiten an der Karte dauerten sechs Jahre. Der Kanton liess Fluss- und Bachläufe mit einer Gesamtlänge von 1500 Kilometern auf die Hochwassergefahr untersuchen. Die Kantonsverwaltung veröffentlichte alle Daten und Pläne auf seiner Website.

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