Nicht weniger als 2000 junge Lenker müssen ihre Fahrausbildung wiederholen, weil sie obligatorische Weiterbildungskurse nicht absolvierten. Dies sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtete.

Nun zeigt sich: Von den 2000 Neulenker sind 161 Aargauer. Damit ist der Aargau unter dem Durchschnitt im Vergleich zu anderen Kantonen, wie Johannes Michael Baer vom Strassenverkehrsamt Aargau gegenüber az sagt.

Eigenverantwortung der Neulenker

Dennoch ist auch hier die Zahl höher als in vergangenen Jahren. Die Ursache? Mehrheitlich vergessen Neulenker schlicht, sich darum zu kümmern. Die Gesellschaft sei nachlässiger geworden, so Experten.

Doch das Strassenverkehrsamt will sich nicht darum kümmern, diesen Schnitt zu verbessern. «Es ist nicht unsere Aufgabe, Neulenker vorgängig zu orientieren: Bitte, machen Sie noch diesen oder jenen Kurs, damit Sie weiterfahren dürfen. Das wäre ja absurd», sagt Baer weiter. Er appelliert an die Eigenverantwortung der Neulenker, sich selber darum zu kümmern. So hat es auch der Gesetzgeber vorgesehen. Trotzdem gibt es Kantone, die ihre Neulenker vorgängig mit einem Schreiben informieren. «Wir stemmen uns vehement dagegen, dass dies bei uns geändert wird», so Baer.

Seit 2005 sind die Kurse in der Zwei-Phasen-Ausbildung obligatorisch. Wer die Autoprüfung besteht, erhält den Führerausweis während dreier Jahre auf Probe. In dieser Zeit muss der Neulenker zwei Weiterbildungskurse besuchen, was rund 800 Franken kostet. Ansonsten verfällt die Fahrerlaubnis und man muss wieder von vorne beginnen – inklusive Fahrschule.

Vergessen werden auch Adressänderungen

Vergessen liegt also offenbar im Trend. Das weiss das Strassenverkehrsamt nicht nur aufgrund der Führerausweise: Jährlich müssten sie bei rund 20'000 Verkehrsteilnehmern Adressänderungen ausfindig machen, weil sie schlicht vergessen, den Umzug zu melden. Tendenz steigend. «Aus Datenschutzgründen müssen wir alle Adressen direkt mit der Post und den Einwohnerkontrollen abklären, einen direkten Datenzugang ist nicht möglich. Das erschwert unsere Arbeit», sagt Baer. Deshalb wird auch hier Eigenverantwortung gefordert. (sha)