«In den letzten Tagen spielen immer mehr Leute Lotto – jeder will Millionär werden», lacht Zoran Djordjevic (37), Kiosk-Chef im Windischer Dorfzentrum. Grund für den Ansturm ist der aussergewöhnlich hohe Euromillions-Jackpot von 136 Millionen Franken. «Die Leute träumen von schnellen Autos, Jachten und einer Villa in Monaco», erzählt der Kioskmann.

Das Glück ist nur fünf Zahlen und zwei Sterne weit entfernt. Im Kaffee-Stübli herrscht Hochbetrieb, Lottoschein um Lottoschein wird ausgefüllt. König der Lottospieler ist der Windischer Christos Sterkoudis (75): «Sag mir eine Zahl zwischen 1 und 20 – schau, die Zahlen sind dabei», zeigt der Hobbymathematiker, während er auf dem Grill vor dem Kiosk die Würste brutzeln lässt.

Analyse und Wahrscheinlichkeiten

Bis tief in die Nacht hinein analysiert der gewiefte Grieche vergangene Gewinnzahlen, auf alten Kalenderblättern und Briefumschlägen notiert er Zahlenreihen: «Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit auf einen Millionen-Gewinn mit System zu steigern.» Zusammen mit sechs weiteren Spielern hat Lotto-Tüftler Sterkoudis eine Tipp-Gemeinschaft gebildet: «So können wir mehr Scheine ausfüllen.

Letzte Woche haben wir 70 Scheine abgegeben.» Die Windischer Millionenjäger heimsten 22 Gewinne mit zwei richtigen Zahlen und einem Stern ein sowie 5 Gewinne mit drei richtigen Zahlen und einem Stern. Fast so viel, wie sie investiert hatten.

Der Traum vom Millionensegen

«Eigentlich brauchen wir das viele Geld gar nicht», schmunzelt Sterkoudis: «Gesundheit und Glück kann man nicht kaufen.» Trotzdem träumen die Jackpot-Knacker vom grossen Millionensegen: Kiosk-Chef Zoran würde sich mehr Freizeit gönnen: «Ich würde die Gemeinde Windisch unterstützen – die haben ja noch mehrere Millionen Franken Schulden.» Jackpot-Knacker Sterkoudis will mit einem Millionengewinn armen und kranken Kindern helfen: «Ich brauche keinen goldenen Lamborghini.»

Schwertransport-Chauffeur Andrea Angelini bekräftigt: «Wir würden bescheiden bleiben. Ein oranger 911er Porsche wäre trotzdem ein Traum.» Ab einem Gewinn von 500 000 Franken wollen die Jackpot-Knacker jedem Windischer eine Gratiswurst und ein Bier spendieren: «So haben alle etwas davon.»