Der Stau vor der Autobahnausfahrt in der Brunau macht den Chauffeuren und Passagieren der «Schnellbus-Linien» Nummer 444 (aus Bremgarten) und 200 (aus Affoltern am Albis) das Leben schwer. Während die Aargauer Chauffeure aus Bremgarten über die Spur, die in die Zürcher Innenstadt führt, an den stehenden Autos vorbeifuhren und sich vorne in die Kolonne zwängten, hielten sich die Zürcher Chauffeure an die Weisung und reihten sich zähneknirschend in die Kolonne ein.

Wie der «Tages Anzeiger» (TA) schreibt, seien bei der Postauto Zürich und der Kantonspolizei geharnischte Reaktionen von Zürcher Pendlern eingegangen, die den Aargauer Schnellbus vorbeifahren sahen. Nach einer schriftlichen Aufforderung an die BDWM Transport AG, die den 444er-Bus betreibt, das unkorrekte Verhalten ihrer Chauffeure zu unterbinden, reihen sich nun auch die Aargauer in die Kolonne ein.

Gesuch an Bund für bevorzugte Behandlung

Die langen Wartezeiten sind damit aber nicht aus der Welt geräumt. Diese betragen teilweise bis zu 30 Minuten, die Schnellbusse können ihre Fahrpläne kaum noch einhalten. Die Verantwortlichen der Busbetriebe, des Kantons und der Kantonspolizei haben eine Lösung gesucht und im Überholmanöver der Aargauer Chauffeure gefunden: Noch diese Woche will der Kanton ein Gesuch für die bevorzugte Behandlung des Busverkehrs beim Bundesamt für Verkehr (Astra) einreichen.

Wie Anselm Schwyn, Sprecher des kantonalen Amtes für Verkehr, gegenüber dem TA sagte, sei eine Signalisationsänderung vorgesehen, die die Überholmanöver der Aargauer Chauffeure legalisieren würde.

Bauliche Veränderungen stehen nicht zur Diskussion

Laut Astra-Sprecher Thomas Rohrbach wird der Bund das Gesuch «wohlwollend» prüfen, aber keine baulichen Veränderungen akzeptieren. Weiter betont Rohrbach, dass die Verkehrssicherheit oberste Priorität haben müsse.

Wie er gegenüber dem TA sagt, seien für ihn zwei Punkte heikel: Erstens sei es nicht ungefährlich, wenn die Busse an einer stehenden Kolonne vorbei nach vorne fahren und ein Fahrzeug aus dem Stau ausschere. Dabei könne es zu einer Auffahrkollision mit dem Bus kommen. Zweitens seien die Stehplätze in den Bussen problematisch; ein Zusammenstoss mit hoher Geschwindigkeit könne bei stehenden Passagieren zu schlimmen Verletzungen führen. (ksc)